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Behandlungsspektrum


Persönlichkeitsstörungen

Symptome
"Mein" Krankheitsverlauf
Behandlungsprogramm
Musterbehandlungsplan
Wirksamkeit und Nachsorge 

Symptome

Unter Persönlichkeitsstörungen werden tief verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster verstanden, die sich in starren und wiederholten Reaktionen auf persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Diese Verhaltensmuster sind meistens stabil. Sie gehen mit persönlichem Leid und gestörten sozialen Fähigkeiten einher.

Der Betroffene selbst kann an sich feststellen, dass er sich unausgeglichen und unzufrieden fühlt, und wiederholt auf Schwierigkeiten in persönlichen Beziehungen, im sozialen Umfeld oder im Beruf stößt. Mit zunehmendem Alter oder wiederholten missglückten Versuchen der Veränderung bzw. dem wiederholten Erleben des Scheiterns wächst das subjektive Leid. Freunde, Familie und Verwandte können dabei hilfreich sein, indem sie reflektierend den Betroffenen immer wieder auf "Fehlverhalten" hinweisen. Oftmals wird erst jetzt der Leidensdruck so groß, dass externe Hilfe gesucht wird. Schließlich ist der entscheidende Schritt in eine Behandlung, die Einsicht, krank zu sein.

"Mein" Krankheitsverlauf

"Ich fand eigentlich, dass ich immer gut klar gekommen bin und keine besonderen Schwierigkeiten hatte. Als mich meine jetzige Freundin verließ und ich zurückschaute auf mein Leben, fiel mir auf, wie häufig meine Beziehungen gescheitert sind und das der Trennungsgrund eigentlich immer wieder derselbe war. So richtig treu konnte ich nicht bleiben, umgekehrt wollte ich jedoch oftmals Familie "erzwingen". Häufig hat mein Freund mich darauf hingewiesen, dass das nicht in Ordnung sei, wie ich mich gegenüber meinen Freundinnen verhalten habe. Ich selbst habe das damals nicht so empfunden. Momentan denke ich ein wenig anders darüber.

Auch mein Kollege im Büro hat mir gesagt, dass er manches bei mir nicht verstehen könne und "ätzend" findet. Das hat mich schon zum Nachdenken gebracht. Da möchte ich doch manches verändert sehen oder mich besser verstehen können. Wie das so richtig gehen soll, weiß ich aber nicht."

Behandlungsprogramm

In der Brunnen-Klinik werden Menschen, die im Umgang mit sich und anderen nachhaltige Probleme haben, mit Hilfe von Einzel- und Gruppenpsychotherapie behandelt. Sowohl in der psychodynamischen Therapie der Persönlichkeitsstörungen, stellvertretend hierfür seien Otto F. Kernberg und Heinz Kohut genannt, als auch in der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung, so z. B. bei Marsha Linehan und Peter Fiedler, wird die Beziehung von Therapeut und Patient als wesentlicher Faktor der Hilfe durch Psychotherapie gesehen. In der Brunnen-Klinik wird dies ergänzt durch Integration in eine Gruppe aus anderen Menschen mit psychischen Problemen, die unter Anleitung eines erfahrenen ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten dem Betroffenen hilft, sich mit sich selbst und anderen Menschen auseinanderzusetzen. Ziel ist hierbei einerseits die Stabilisierung, wenn das Leben aus den Fugen geraten ist, wie auch das Erproben neuen Verhaltens und das vorsichtige Hinterfragen bisheriger Muster, die Umgebung und sich selbst zu erleben.

Musterbehandlungsplan  

Die Gruppentherapie findet 3 mal wöchentlich über 90 min statt, so dass ein intensives Arbeiten möglich wird. Daneben treibt die Gruppe gemeinsam Sport und trifft sich einmal in der Woche ohne Therapeut, um ähnlich wie eine Selbsthilfegruppe miteinander zu arbeiten. Im Einzelgespräch wird die Problematik des Betroffenen genau analysiert, Ursache in seiner Lebensgeschichte ergründet und Folgen auf die zwischenmenschlichen Beziehungen bei der Arbeit und im Privatleben erfasst. Der Therapeut übt gezielt im Gespräch neue Wege, die Umgebung zu erleben und sich zu verhalten ein, um durch den Persönlichkeitsstil entstandene Blockaden zu lösen. Ergänzt wird die Behandlung durch Therapien, die das Körpererleben gezielt fördern, wie zum Beispiel die Körpertherapie nach Moshe Feldenkrais oder Therapeutisches Bogenschießen. Entspannungsübungen gehören zum Behandlungsprogramm, je nach individuellem Bedarf auch Paar- und Familiengespräche oder eine Gruppentherapie zu beruflichen Problemen. Die Behandlungsdauer sollte 6 bis 8 Wochen betragen.

Wirksamkeit und Nachsorge

Die Behandlung von Menschen mit Persönlichkeitsproblemen dauert aus psychodynamischer und kognitiv verhaltenstherapeutischer Sicht mehrere Jahre, so dass innerhalb von 6 bis 8 Wochen zunächst eine Stabilisierung erstes und erreichbares Ziel ist. Darüber hinaus können neue Arten des Erlebens und Verhaltens ausprobiert werden, die in einer weiteren ambulanten Psychotherapie verfestigt werden sollten. Aus unserer Erfahrung ist die Zusammenarbeit mit einem Psychotherapeuten in der Klinik und die Erfahrung einer Gemeinschaft in der Gruppentherapie ein ganz wichtiger Schritt in der Behandlung von Menschen mit Problemen im Umgang mit sich und anderen. Diese wichtige Erfahrung wird durch den Abstand vom häuslichen Umfeld erst möglich gemacht. Je nach Schwere und Dauer der Problematik ist neben ambulanter Psychotherapie auch eine erneute psychosomatische Behandlung nach einigen Jahren, eine sogenannte Intervalltherapie, sinnvoll.   

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