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Symptome Bei akuten Schmerzen handelt es sich in der Regel um eine Reaktion auf temporär begrenzte körperliche Störungen. Die Schmerzen haben hier eine unmittelbare Warnfunktion für den Menschen. Chronische Schmerzen weisen hingegen oftmals auf eine Störung sozialer Bezugssysteme hin und warnen vor einer dysfunktionalen, schädigenden Lebensführung. So kann eine Nichtbeseitigung des akuten Schmerzes (Schmerzgedächtnis) und das Entstehen eines chronischen Schmerzes vielfältige Folgen für die Betroffenen in deren gesamten persönlichen Umfeld wie Familie, Beruf, Hobbys, haben. Aufgrund dieser Tatsache ist die Behandlung sämtlicher Schmerzformen ein primäres Anliegen der Psychosomatik.
Das Zusammenspiel zwischen einerseits somatisch orientierten Therapieverfahren, wie z. B. Medikamentierung oder Physiotherapie und andererseits psychothera-peutisch-psychoedukativen Maßnahmen, wie z. B. Entspannungsverfahren oder Schmerzbewältigungsstrategien, bildet die Grundlage des Therapieplanes. Dabei spricht man von chronischen Schmerzen, wenn diese länger als sechs Monate auftreten. Die meisten der chronisch Schmerzerkrankten haben eine Odyssee bei einer Vielzahl von Ärzten unterschiedlichster Fachrichtung hinter sich.
Mein Krankheitsverlauf "Ich habe schon über 20 Jahre Rückenbeschwerden. Nach der Wende hat meine Firma geschlossen, ich musste mir einen anderen Job suchen, der körperlich sehr belastend war. Als mein neuer Chef zunehmend Druck ausübte, und ich innerhalb des Betriebes versetzt werden sollte, wurde bei einer Routineuntersuchung beim Arzt festgestellt, dass ich mehrere Bandscheibenvorfälle habe. Da konnte ich natürlich meinem Beruf nicht mehr nachgehen. Eine weniger belastende berufliche Tätigkeit habe ich nicht gefunden. Was mir wirklich gut tut ist, dass meine gesamte Familie zu mir steht. Alle helfen mir. Was ich nicht verstehe ist, dass ich soviel versucht und gemacht habe und trotz vieler Medikamente noch immer nicht schmerzfrei bin".
Behandlungsprogramm Je nach Krankheitsverlauf kommen die folgenden Therapiemodule zum Einsatz:
Entspannungstechniken: Wechsel zwischen aktivierenden und passiven Maßnahmen, Erlernen spezieller Entspannungsverfahren, wie z. B. Qigong.
Körperwahrnehmungsübungen
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Durch Sportmediziner erarbeitetes spezifisches Bewegungsprogramm, dass es auch Schwerstbetroffenen ermöglicht, den Körper wieder als funktionierenden Bestandteil des eigenen Lebens wahrzunehmen.
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Optimierung der Medikamentierung
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Akupunktur
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Biofeedbackverfahren
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Teilnahme an einer spezifischen Gruppe zur Schmerzbewältigung: Gesprächsanalyse zu Ursachen und Schmerzentstehung, Teufelskreis des Schmerz, Chronifizierungsmechanismen
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Analyse des individuellen Schmerzerlebens und der bisherigen Bewältigungsstrategien
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Psychologische Schmerzbewältigung
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Führen eines "positiven" Schmerztagebuchs
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Videodarstellung (Schmerz: Chronik einer Erkrankung)
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Erläuterung der Zusammenhänge von Stress und Schmerz sowie des bio-psycho-sozialen Schmerzentstehungsmodells
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Imaginationsübungen innerhalb der geschlossenen Gruppe
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Umsetzen des Gelernten in den Alltag in der Abschlussrunde
Insgesamt ist das Schmerzbewältigungsseminar auf 12 Unterrichtseinheiten terminiert und nimmt einen Zeitraum von ca. 4 Wochen in Anspruch.
Für Kopfschmerzpatienten gibt es ein eigenes Programm.
Wirksamkeit Am Endes jedes Behandlungsabschnittes als auch der Gesamtbehandlung wird mit dem Patienten ein individuelles Fazit gezogen. Dieses wird durch eine testpsychologische Evaluation nach SOMS, Midas, SF12, ergänzt. Die "langen Behandlungskarrieren" sind Beleg dafür, wie schwierig die Betreuung chronifizierter Schmerzerkrankungen ist. Letztlich zeigt sich aber, das gerade der ganzheitliche und bio-psycho-soziale Therapieansatz einer und speziell unserer Psychosomatik von einem positiven Therapieerfolg begleitet ist: z. B. hinsichtlich Reduktion von Medikamenten, Absetzen von Medikamenten, Öffnung für psychische Aspekte, Klärung der sozialrechtlichen Situation.
Nachsorge Die Aufnahme einer ambulanten Psychotherapie am Heimatort und die Betreuung durch einen ambulanten Nervenarzt kann im Einzelfall sinnvoll sein und wird durch uns gerne vermittelt. Ebenso besteht die Möglichkeit der intensivierten Rehabilitationsnachsorge (IRENA) über den jeweiligen Kostenträger und die stufenweise Wiedereingliederung am Arbeitsplatz bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit. Darüber hinaus helfen wir gerne bei der Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen.
Literatur
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Albright, J., Allmann R. et al. (2001): Philadelphia Panel evidence-based clinical practice guidelines on selected rehabilitation interventions for low back pain. Physical Therapy 2001; 81: S. 1-28
- Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft: Therapie idiopathischer Kopfschmerzen im Kindesalter.
(www.dmkg.de/thera/idioph.htm) 1-9
- Kopfschmerzen und Migräne. Evidenzbasierte Leitlinie zu Diagnose und Therapie. Entwickelt durch das Wissensnetzwerk "evidende.de" der Universität Witten/Herdecke. Version 4/2003. (www.evidence.de)
- Lasek, R. et al. (2000): Kreuzschmerzen. Therapieempfehlungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. 2. Aufl. 2000: S. 4-22
- Seemann, H.: Freundschaft mit dem eigenen Körper schließen.
Klett Cotta, Juli 2005
- Weiss, Th.: Schmerzen überall. Südwest-Verlag, Jan. 2001
- Basler, D.-D.: Psychologische Schmerztherapie. Springer Verlag, Sept. 2003
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Gadamer, H.-G.: Schmerz. Verlag Winter, Dez. 2003
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