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Symptome Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Phänomen. Fast jeder Mensch wird in seinem Leben mit Kopfschmerzen konfrontiert. Krankheitswert besitzt der Kopfschmerz, wenn er in einer bestimmten Häufigkeit und bestimmten Form zu einer solchen Ausprägung führt, dass der Alltag stark beeinträchtigt wird.
Erstaunlicherweise ist bei vielen Menschen, die unter Kopfschmerzen leiden, noch nach Jahren keine exakte Diagnose gestellt worden oder eine entsprechende nervenfachärztliche Abklärung erfolgt. Auch die Neigung zur Selbstmedikation kann über einen so genannten sekundären Medikamentenmissbrauch zu Komplikationen führen. Weitere psychosomatische Erkrankungen, wie Somatisierungsstörungen, Schmerzstörungen, Ängste oder Depressionen erschweren den Umgang mit Kopfschmerzsyndromen zusätzlich.
Mein Krankheitsverlauf "Da war mir dann wirklich manches zuviel. Zu Hause riefen die Kinder nach mir, meine Frau war nie zufrieden mit dem, was ich machte, und jetzt stieg mir auch noch der Chef im Büro auf den Kopf. Ja, das war im wahrsten Sinne so. Meine Kopfschmerzen, die ich schon einige Jahre zunehmend in der Woche bemerkt habe, waren auf einmal kontinuierlich vorhanden. Selbst am Wochenende wurde ich sie nicht los. Manchmal war es so schlimm, dass ich mich übergeben musste. Zur Arbeit wollte ich trotzdem gehen, so habe ich rasch ein paar Medikamente genommen. Teilweise hat das auch geholfen, dann wieder auch gar nicht. Ein Freund machte mich darauf aufmerksam, dass nach seiner Meinung mein Leben langsam aus dem Ruder läuft."
Behandlungsprogramm Es ist notwendig, dass bei jedem einzelnen Patienten Entstehung und Chronifizierung der Kopfschmerzen, körperliche, psychische, psychosoziale und medikamentöse Faktoren genau betrachtet werden. Das spezifische Behandlungsprogramm der Burg-Klinik für Migräne und andere Kopfschmerzsyndrome hat als zentralen Bestandteil eine Schmerzkonferenz. Dabei wird kontinuierlich durch die Zusammenarbeit verschiedener Mitglieder des Behandlungsteams der Kopfschmerzpatient in seiner Gesamtheit erfasst und alle Entstehungs- und Chronifizierungsfaktoren geklärt und gewichtet. Ergänzend kommen medizinische und psychologische Diagnostik sowie klinische Untersuchungen zum Einsatz.
Je nach Krankheitsverlauf stehen die folgenden Therapiemodule zur Verfügung:
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Schmerzkonferenz (siehe oben)
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Medikation: Entzug oder neue, optimierte Medikation
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Soziotherapie: Beratung, Selbstsicherheitstraining, Angstbewältigungstraining
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Physiotherapie: Bäder, TENS, aktive Übungen etc.
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Entspannung: z. B. nach Jacobson, Tanztherapie, Qigong
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gestaltungstherapeutische Elemente in Einzel- und Gruppentherapie
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psychotherapeutische Elemente: Einzel- und Gruppentherapie mit übenden, körperwahrnehmenden und tiefenpsychologischen Verfahren
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Kopfschmerzseminar: in einer geschlossenen Gruppe mit Betroffenen wird das Problem Kopfschmerz von vielen Seiten betrachtet und bearbeitet. Es handelt sich um eine intensive Gruppenarbeit, in der neben psychoedukativen und wissensvermittelnden Aktivitäten auch die persönliche Vorgeschichte und Behandlung von herausragender Bedeutung sind. Die therapeutischen Empfehlungen folgen dabei den Richtlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).
Im Kopfschmerzseminar treffen sich 10 bis 12 Patienten zweimal die Woche für 1 bis 1,5 Stunden. Die Bestandteile der Gruppenarbeit sind:
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Schmerzprotokollierung mit Führen eines Kopfschmerzkalenders
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Vorstellung empfohlener Maßnahmen zur Behandlung akuter Kopfschmerzsyndrome
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Erläuterung neuro-physiologischer Abläufe bei der Schmerzentstehung, insbesondere bei Migräne
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prophylaktische, auch nichtmedikamentöse Maßnahmen
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Entspannungsverfahren werden im Einzelnen dargestellt als auch am Ende jeder Sitzung praktisch durchgeführt
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Psychosoziale Hintergründe werden beleuchtet - eine individuelle Stressbewältigung rundet das Seminar ab
Wirksamkeit Durch unsere hausinterne Forschungs- und Dokumentationsabteilung wurden 1997 als auch 2004 katamnestische Evaluationen durchgeführt. Dabei wurde bei unseren Patienten als Ergebnis unserer Behandlung eine deutliche Reduzierung festgestellt der
Viele Patienten wurden kopfschmerzfrei - begleitende depressive Störungen besserten sich deutlich.
Die Wichtigkeit der ganzheitlichen Betrachtungs- und Vorgehensweise bei Kopfschmerzpatienten wird von der DMKG empfohlen und richtet sich nach deren Richtlinien.
Im klinikinternen Patientenfragebogen, der kontinuierlich die Zufriedenheit mit Behandlung, struktureller Ausstattung und Behandlungsergebnis erfragt, wurde für Kopfschmerzpatienten eine Zufriedenheit von über 96 % ermittelt.
In der indikationsspezifischen Arbeitsgruppe für Kopfschmerzbehandlungen werden die folgenden Kontrollverfahren eingesetzt:
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Midas (Anfang und Ende)
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Kopfschmerzprotokoll nach IHS, inkl. Analgetikaverbrauch (Anfang und Ende)
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SCL-90-R
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Stadieneinteilung der Schmerzchronifizierung nach Gerbershagen (am Anfang)
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je nach Co-Morbidität weitere Testverfahren wie z. B. der BDI, FPI-R.
Nachsorge Um mittel- und langfristig den Therapieerfolg zu festigen, empfehlen wir oftmals eine weitere ambulante nervenfachärztlichen Betreuung bzw. eine ambulante Psycho-therapie. Ein darüber hinausgehendes Nachsorgekonzept ist in der Regel nicht notwendig.
Literatur
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Deter, H.C. (1997): Angewandte Psychosomatik. Georg Thieme Verlag Stuttgart
- Diener, H.C. et al.: Behandlung der Migräneattacke und Migräneprophylaxe. Dt. Ärzteblatt, Jg. 99, Heft 46, 14.11.1997, S. 39-45
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Göbel, H. (1997): Kopfschmerzen. Springer Verlag
- Göbel, H. (2000): Schmerzmessung. Gustav Fischer Verlag
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Masuhr, K.F., Neumann, M. (2002): Neurologie. Hippokrates Verlag GmbH Stuttgart. 4. Aufl.
- May, A.: Diagnostik und Therapie der Migräne.
Dt. Ärzteblatt Jg. 103, Heft 17, 28.04.2006
- Pothmann, R. Akupunktur in der Neurologie.
Hippokrates Verlag Stuttgart 1994.
- Schütz, M., Leimbach, U. (1998): Psychosomatische Kopfschmerzbehandlung.
in: Plassmann, R., Schütz, M. (Hrsg.): Psychosomatische Kopfschmerzbehandlung, Verlag Dr. Becker, Köln
- Süß, H., Zehentmeier, G. (1999): Akupunktur bei Migräne- und Spannungskopfschmerz. Hippokrates Verlag.
- Wörtz, R. (2000): Chronischer Schmerz und Psyche. Tropon - Verlag.
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