1. Definitionen
1.1 Definition Rehabilitation
Der Begriff "Rehabilitation" leitet sich aus dem lateinischen "rehabilitare" ab und bedeutet Wiederherstellung, Wiedereingliederung. Rehabilitation umfasst die Gesamtheit aller erforderlichen Maßnahmen, um Menschen mit körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung bzw. drohender Behinderung und Menschen, die die Behinderung oder deren Folgen selbst überwinden können, zu helfen, ihre Fähigkeiten und Kräfte zu entfalten und einen entsprechenden Platz in der Gemeinschaft zu finden. Dazu gehört vor allem die Teilnahme am Arbeitsleben. (Quelle: Fachpflege Rehabilitation, Martina Vohs, Ilse Winter (Hrsg.), Verlag Urban & Fischer, 1. Auflage v.1999, Seite 8)
Medizinische, berufliche und soziale Maßnahmen, die den Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Behinderung fördern oder seine Fähigkeiten wieder herstellen bzw. bei drohendem Verlust erhalten sollen. (Quelle: Pflege Heute, Urban & Fischer, 3. Auflage 2004, S.610)
1.2 Definition Behinderung
Eine Behinderung liegt dann vor, wenn der Patient durch seine Krankheit, ein angeborenes Leiden oder durch eine äußere Schädigung (Verletzung) mit funktionellen Einschränkungen körperlicher, geistiger oder seelischer Art in seiner persönlichen, familiären, beruflichen und gesellschaftlichen oder sozialen Entfaltung beeinträchtigt ist. (Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (Hrsg.), Deutscher Ärzteverlag Köln, 1984, S.13)
1.3 Definition Aktivierende Rehabilitationspflege
Aktivierende Rehabilitationspflege bedeutet, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Der Patient lernt mit Hilfe der Pflege, die Krankheit zu überwinden oder mit Krankheitsfolgen umzugehen. (Quelle Fachpflege Rehabilitation, Martina Vohs, Ilse Winter (Hrsg.), Verlag Urban & Fischer, 1. Auflage 1999, S.13)
Für uns bedeutet aktivierende Rehabilitationspflege auch, eine tragfähige Vertrauensbasis herzustellen. Grundlage für Vertrauen sind immer eine professionelle Empathie und Beziehung. Aktivierende Rehabilitationspflege bedeutet für uns auch, grundsätzliche Selbstpflege zu erhalten und zu fördern sowie die Vermeidung des erlernten Nichtgebrauchs anleitend zu trainieren und zu festigen.
2. Hauptphilosophie 
Die übergeordnete Philosophie der DBKG lautet: Gemeinsam gesund.
3. Pflegeleitbild der Burg-Klinik Stadtlengsfeld 
P = Passungsvorgang F = Fürsorge L = Leistungsfähigkeit E = Einfühlungsvermögen G = Gesundheit E = Engagement
Unser Pflegeverständnis richtet sich darauf, den Patienten während der Rehabilitationsmaßnahme in allen wesentlichen Pflegeproblemen zu unterstützen. Seine Förderung und Forderung unter dem Aspekt der aktivierenden, psychosomatischen Pflege und unter Mobilisierung der erkennbaren und verschütteten Ressourcen gehören ebenso dazu. Insbesondere geht es auch darum, dem Patienten das Eingewöhnen in die neue Umgebung zu erleichtern. Tiefes Verständnis und die Teilhabe an der Lebenswelt des Patienten begleiten dabei unsere pflegerischen Aktivitäten. Dabei gehen wir intensiv auf dessen jeweilige individuelle Bedürfnisse ein - unbängig von Alter, sozialem Gefüge, Religion und Herkunft. Insofern verstehen wir unsere Pflege auch als Vermittler zwischen Patienten und allen therapeutischen Gruppen im Rehabereich. Wir sehen Pflege als eigenständigen Beitrag und als Ergänzung zur ärztlichen Handlung.
4. Die aktivierende Rehabilitationspflege 
Aktivierende Rehabilitationspflege ist eine ressourcen- und fähigkeitsorientierte, komplikationsvermindernde und integrierende Pflegeform, die bestenfalls in der Akutphase beginnt und ihren Schwerpunkt im Rehabilitationsverlauf hat. Aktivierende Rehabilitationspflege unterstützt den Wiedereingliederungsprozess des Patienten in die Gesellschaft. Sie befähigt den Patienten, den Alltag trotz psychischer Probleme wieder zuversichtlich bewältigen zu können.
Ein bedürfnisorientierter Handlungsansatz prägt unsere aktivierende Rehabilitationspflege. Bedürfnisorientiert heißt: Unter Berücksichtigung basaler Bedürfnisse Wohlbefinden herstellen, Ängste und Schmerzen reduzieren sowie Gesundheitsressourcen beachten und fördern. Unser primärer Pflegeansatz ist dabei, kognitive und motorische Funktionen frühestmöglich zu aktivieren und zu mobilisieren. Dabei beachten wir die Gewohnheiten des Patienten weitgehend und versuchen, dessen Mitbestimmung und Eigenverantwortung für seine eigene Gesundheit einzufordern.
5. Die Rolle der Pflegenden im therapeutischen Team 
Pflege baut stets auf einem aktivierend, co-therapeutischen Grundsatz auf. Das bedeutet, dass die Pflegenden den Patienten zu einer möglichst großen Selbstständigkeit hinführen sollen. Voraussetzung ist, dass die Probleme und Einschränkungen des Patienten erkannt und benannt werden können. Außerdem legt das Personal gemeinsam mit den Patienten realistische Ziele fest und wählt geeignete Maßnahmen aus, um sie durchzuführen. Hierzu finden in regelmäßigen Abständen Teamsitzungen zwischen allen Beteiligten sowie tägliche Gruppenvisiten, an der die zuständige Pflegekraft teilnimmt, statt.
6. Pflegestandards 
6.1 Pflegestandards Die Pflegestandards sind allgemeingültige und akzeptierte Normen, die den Aufgabenbereich und die Qualität der Pflege definieren. Pflegestandards legen themen- oder tätigkeitsbezogen fest, was die Pflegepersonen in einer konkreten Situation generell leisten wollen bzw. sollen und wie diese Leistung auszusehen hat. Um eine einheitliche Durchführung von pflegerischen Maßnahmen zu gewährleisten, orientieren sich die Pflegekräfte an den Pflegestandards. Diese wurden in internen und externen Qualitätszirkeln entwickelt und gelten für alle Einrichtungen der Dr. Becker Klinikgesellschaft verbindlich. Durch eine regelmäßige Evaluation ist die Anpassung an neueste pflegewisssenschaftliche Erkenntnisse gesichert.
6.2 Dienstübergabe Die Dienstübergabe dient der Weitergabe wichtiger Patienteninformationen an die nachfolgende Schicht. Sie ist unentbehrlich für die Sicherstellung einer kontinuierlichen Patientenversorgung und somit zur Steigerung der Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit. Als Grundlage dient stets das Pflegedokumentationssystem und das Übergabebuch. Die Dienstübergabe findet immer zu Beginn eines Dienstes statt und dauert ca. 15 Minuten.
6.3 Innerbetriebliche Fort- und Weiterbildungen Durch Angebote regelmäßiger Fort- und Weiterbildungen ist gewährleistet, dass unsere Pflegequalität sich stets an den aktuellen pflegewissenschaftlichen Standards orientiert. Die Auswahl der Themen erfolgt bedarfs-, anpassungs- und entwicklungsorientiert. Veranstaltungen im Bereich Lebensrettende Sofortmaßnahmen, Hygiene, Arbeitssicherheit, Brandschutz usw. finden in der Regel einmal jährlich statt.
6.4 Zuhören, Gehör schenken und miteinander sprechen Die Qualität der Kommunikation stellt ein hohes Maß für die Zufriedenheit unserer Patienten und Mitarbeiter dar. Teilhabe und tiefes Verständnis für die Lebenswelt unserer Patienten kann nur auf der Grundlage einer vertrauensvollen, intensiven Kommunikation entstehen. Wichtig ist auch der respektvolle Umgang miteinander. Gespräche mit dem Patienten sollten einfühlsam und verständlich geführt werden, um so wichtige Informationen zu erhalten, die für den weiteren Rehabilitationsverlauf wichtig sind. Bei unseren Gesprächen stellen wir uns auf den Patienten ein und stellen gezielt Fragen. Wir achten dabei darauf, so wenige Fachbegriffe wie möglich zu verwenden. Während des Gesprächs ist es wichtig, Blickkontakt zum Patienten zu halten und die Formen des aktiven Zuhörens zu pflegen:
Formen des aktiven Zuhörens
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Partner (aus)sprechen lassen
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Lautmalerei einstreuen
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Verstärkende Äußerungen verwenden
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Inhalte indirekt aufgreifen, das Gehörte mit eigenen Worten wiedergeben
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Echo-Antworten geben: Ein oder mehrere Worte wörtlich wiederholen
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Gefühle ansprechen z.B. "das belastet sie?" "Was bedeutet das für sie?"
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Hörbare Notizen machen: z.B. "Ich halte noch einmal fest", " Ich fasse zusammen"
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Wichtige Punkte wiederholen z.B. "Ich wiederhole noch einmal", "Achten muss ich also auf"
7. Die Pflegedokumentation 
Für jeden Patienten legen wir eine Pflegedokumentation an. Sie besteht aus einem Stammblatt, einem Kurvenblatt für jeweils zwei Aufenthaltswochen und dem Pflegeberichtsblatt. Zusätzlich benötigte Dokumente wie z.B. Verbandsprotokoll, Beobachtungsbogen usw. werden individuell eingefügt.
7.1 Krankenpflegeprozess und Pflegeplanung Der Pflegeprozess ist eine Methode, die das planmäßige und systematische Vorgehen bei der Pflege von Menschen unterstützt. Sobald ein Mensch aus einer relativen Unabhängigkeit in eine relative Abhängigkeit in einer oder mehreren Lebensaktivitäten gerät, ist das ein Grund für pflegerische Interventionen. Die Pflege eines psychisch Kranken kann nur auf einer tragfähigen Vertrauensbasis zum Erfolg führen. Dieses Vertrauen wächst nur auf der Grundlage einer professionellen Empathie und Beziehung. Es gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Pflegenden, diese herzustellen. Mit jedem Patienten wird am Anreisetag ein pflegerisches Gespräch geführt, dessen Ziel die Bestimmung des individuellen Pflegebedarfs ist. Auftretende Probleme werden konkret benannt und entsprechende Hilfsmöglichkeiten angeboten.
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