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Der Begriff Schlaganfall wird insbesondere in der Umgangssprache gebraucht und ist sehr allgemein gehalten. Er umfasst verschiedene erworbene Schädigungen des Gehirns: Ischämische Infarkte mit Anteilen des Großhirns, des Stammhirns oder des Kleinhirns mit unterschiedlicher Ursache.
Als Ursachen kommen in Frage:
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Verschlüsse der hirnzuführenden Arterien, z. B. durch Arteriosklerose (sogenannte "Verkalkung" der Schlagadern) andere Verengungen, häufig verursacht durch chronische arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) oder jahrelangen Nikotinkonsum
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kardial bedingte Embolien, z. B. bei Vorhofflimmern, Arrhythmien, Herzwand-Aneurysmen
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diabetische Mikroangiopathie (Verengungen kleiner Gefäße, die das Gehirn versorgen)
Heinz M. war 58 Jahre alt und noch voll berufstätig. Er hatte keine auffälligen Vorerkrankungen, ging gelegentlich zum Arzt zur Vorsorgeuntersuchung. Dieser stellte keine Besonderheiten fest, der Blutdruck war manchmal ein wenig erhöht. Heinz M. klagte ab und zu über Kopfschmerzen, die er jedoch selber zu Hause mit Tabletten behandelte.
An einem Morgen im September jedoch fühlte er sich unwohl, hatte Kopfschmerzen, ihm war schwindelig, schon das Aufstehen bereitete ihm große Schwierigkeiten. Bereits wenige Minuten nach dem Aufsuchen des Badezimmers musste er sich wieder hinlegen und - plötzlich konnte er seine rechte Seite nicht mehr spüren und kaum noch bewegen. Seine Frau rief den Notarzt, der ihn in das nächste Krankenhaus einlieferte. Die Verdachtsdiagnose "Schlaganfall" wurde nach einer computertomographischen Untersuchung bestätigt.
Heinz M. kam auf eine spezielle Intensivstation zur Behandlung von Schlaganfall-Patienten (eine sogenannte "Stroke unit"), auf der er nicht nur engmaschig am Monitor überwacht wurde, sondern auch Infusionen und andere therapeutische Maßnahmen erhielt. Bereits nach 2 Tagen begann eine Krankengymnastin, mit ihm erste Übungen zu machen. Das Verlassen des Bettes war ihm jedoch wegen der Lähmung der rechten Seite nicht möglich. Nach 10 Tagen erfolgte die Verlegung zur Rehabilitation in die Heinrich Mann Klinik.
Heinz M. machte sich viele Gedanken zu seinem weiteren Leben. Er hatte Angst vor einem neuen Schlaganfall, machte sich Sorgen um die weitere berufliche Zukunft und die Versorgung seiner Familie. Wegen der unglücklichen Lage des Schlaganfalls im Gehirn war ihm das Sprechen zunächst nicht möglich, er konnte nur einige Laute produzieren. Auch konnte er nicht alles, was ihm gesagt wurde, verstehen.
Wie geht es Heinz M. nach 10 Wochen intensiver Rehabilitation in der Heinrich Mann Klinik? Er ist in der Lage, mit Hilfe einer Gehstütze auf dem Stationsflur zu laufen, er kann die Toilette wieder selber aufsuchen und hat gelernt, wieder selbständig zu essen. Die Gebrauchsfähigkeit der rechten Hand ist noch erheblich eingeschränkt, bessert sich jedoch von Tag zu Tag. Auch das Sprechen konnte er wieder soweit erlernen, dass er sich mit seiner Umgebung verständigen kann. Zwischenzeitlich fehlen ihm aber immer wieder einmal die richtigen Worte, auch kann er noch nicht so flüssig sprechen wie vor dem Schlaganfall.
Und die Aussichten? Es ist zu erwarten, dass Heinz M. in einigen Wochen die Klinik in noch weiter gebessertem Zustand verlassen kann. Er wird weitgehend selbständig im Alltag zurechtkommen und sich in seiner Umgebung zu Hause wieder wohl fühlen. Die berufliche Tätigkeit wird er noch nicht wieder aufnehmen können, hierüber wird man erst einige Monate nach Ende der Rehabilitationsmaßnahmen zusammen mit ihm entscheiden können.
Zu Beginn des Aufenthaltes erfolgt eine ausführliche Anamnese und gründliche ärztliche Untersuchung, um den aktuellen Zustand des Patienten zu erfassen. Auf dieser Grundlage wird ein ganz persönlicher Therapieplan erstellt, nach Möglichkeit zwischen Patienten und Ärzten abgestimmt, unter Einbeziehung der Therapeuten, die ihr spezifisches Fachwissen mit einbringen.
Ein solcher Therapieplan beinhaltet immer ein oder mehrmals tägliche krankengymnastische Übungsbehandlungen auf neurophysiologischer Grundlage, Ergotherapie, neuropsychologisches Hirnleistungstraining sowie - abgestimmt auf den Krankheitszustand des Patienten - Sprachtherapie (Logopädie), Esstraining, Wasch- und Anziehtraining, Gleichgewichtstraining und eine spezielle Gangschulung (Lokomotionstraining auf dem Laufband, später Gehschule).
Zusätzliche spezifische Therapien in der Heinrich Mann Klinik, mit denen die ohnehin guten therapeutischen Erfolge noch weiter gesteigert werden können, sind Musiktherapie, Kunsttherapie, Atem- und Gesangstherapie sowie EMT (EMG-getriggertes Motoriktraining). Alle Therapien werden gemeinsam von den Mitgliedern des therapeutischen Teams abgestimmt, damit das Ziel der Rehabilitation, eine spezifische und individuell festgelegte Verbesserung der Situation des Patienten, auch erreicht werden kann.
Dies führt häufig zu gemeinsamen Aktivitäten von 2 Mitgliedern des Teams, die verschiedene Fachbereiche vertreten, an einem Patienten. Der erhöhte Aufwand für diese Maßnahmen ist in Anbetracht der guten Therapieerfolge gerechtfertigt.
Ziel jeder Rehabilitation ist die größtmögliche Wiederherstellung der Selbständigkeit des Patienten. Bei Schlaganfallpatienten bedeutet dies, abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, sowohl im somatisch-funktionellen als auch im kognitiv-psychischen Bereich intensiv und zielgerichtet zu behandeln.
Phase B: 10 x wöchentlich Krankengymnastik 5x wöchentlich Ergotherapie 5x wöchentlich Logopädie 6x wöchentlich Sitzrad 3x wöchentlich Neuropsycholgie Aktivitäten des täglichen Lebens Esstraining
Phase C: 8 x wöchentlich Krankengymnastik 2x wöchentlich Krankengynastik im Wasser 5x wöchentlich Ergotherapie 10x wöchentlich EMT 5x wöchentlich Logopädie 6x wöchentlich Sitzrad 5x wöchentlich Kiesbad 3x wöchentlich Neuropsycholgie Aktivitäten des täglichen Lebens Esstraining 4x wöchentlich MKB - Gruppe 3x wöchentlich Feinmotorikgruppe Kreativgruppen Haushaltstraining
Phase D: 5 x wöchentlich Krankengymnastik 3x wöchentlich Ergotherapie 5x wöchentlich EMT 2x wöchentlich Terraintraining 3x wöchentlich Gleichgewichtstraining 3x wöchentlich Logopädie 5x wöchentlich Sitzrad 3x wöchentlich Kiesbad 3x wöchentlich Neuropsycholgie 3x wöchentlich Wassergruppe Neurologie 4x wöchentlich MKB - Gruppe 3x wöchentlich Feinmotorikgruppe Kreativgruppen Haushatlstraining
Aufgrund der spezifischen Therapien, die die Heinrich Mann Klinik anbietet, und der Intensität der abgegebenen Behandlungen können wir auf gute Behandlungserfolge verweisen. So haben Patienten, die in ähnlicher Form wie Heinz M. erkrankt waren und im Rollstuhl oder bettlägerig in unsere Klinik kamen, im Jahre 2004 92 % das Laufen wieder erlernt und haben "zu Fuß" die Klinik verlassen konnten. Selbstverständlich hängen die Behandlungsergebnisse von der individuellen Situation des einzelnen Patienten ab, insbesondere von den Regionen des Gehirns, die betroffen sind.
Anders als es früher vermutet wurde, spielt das Alter keine ganz so große Rolle bei der Entwicklung und ggf. Besserung der Krankheit. Auch ist die Zeit, innerhalb der eine Besserung erzielt werden kann, nicht limitiert. Im Gegensatz zu mancher Meinung und Vermutung kann man auch nach 5 oder 10 Jahren oder sogar noch später deutliche klinische Verbesserungen sowohl im Bereich der Beweglichkeit (Motorik) als auch beim Sprechen, Essen, usw. erzielen.
Selbstverständlich müssen nach der Rehabilitation die begonnenen Therapien fortgeführt werden, das betrifft insbesondere Krankengymnastik und Ergotherapie, ggf. auch Logopädie. Spezielle Verordnungen werden ausgestellt zur Fortsetzung des hier begonnenen EMT-Verfahrens, falls dies notwendig ist. Ambulantes neuropsychologisches Hirnleistungstraining kann in der Heinrich Mann Klinik fortgeführt werden.
Die neurologische Abteilung der Heinrich Mann Klinik unterhält intensive Kontakte zu verschiedenen Selbsthilfegruppen, die sich für die Versorgung von Patienten mit Hirnschädigungen einsetzen. Beispielsweise seien hier genannt: - Hannelore Kohl-Stiftung Bonn - Schädel-Hirnpatienten in Not e. V. - Forum Gehirn e. V.
Gerne vermitteln wir Ihnen entsprechende Kontakte. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
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