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Unter dem Oberbegriff "Hirnblutungen" fallen verschiedene Diagnosen:
a) Intracerebrale Blutung (ICB) und Hirn-Massenblutungen, die beispielsweise hervorgerufen sind durch:
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akute hypertone Entgleisung bei chronischem arteriellem Hypertonus
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Reduktion der Zahl oder der Funktion der Thrombozyten (Blutplättchen), z. B. bei Erkrankungen des blutbildenden Systems
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medikamentös hervorgerufene Reduktion der Thrombozytenaggregation oder im Bereich des Gerinnungssystems
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angeborene oder erworbene Gefäßmißbildungen, z. B. Aneurysmen oder AV-Angiome
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Unfälle
b) Subarachnoidalblutungen aufgrund
c) Sonstige, wie z.B.
Alle diese genannten Hirnblutungen weisen Gemeinsamkeiten auf: Es handelt sich durchweg um sehr schwere Erkrankungen, die auch heutzutage, trotz der Entwicklungen der modernen Medizin, mit einem sehr hohen Überlebensrisiko einhergehen.
Sie alle bergen das Risiko fortbestehender Schädigungen des Hirns mit entsprechenden neurologischen Ausfällen in sich, können außerdem auch Ursache für vorübergehende oder chronische Epilepsien bei den Betroffenen sein. Beispielsweise zeigen Statistiken, dass nach wie vor etwa drei Viertel der an einer Subarachnoidalblutung als Folge eines blutenden Aneurysmas Erkrankten unter schweren bleibenden Schäden zu leiden haben.
Die 64jährige Anna F. war seit einiger Zeit ab und zu beim Hausarzt, da der Blutdruck ein wenig erhöht war. Auch hatte sie in den letzten 2 bis 3 Wochen leichte Kopfschmerzen verspürt, die insbesondere am Abend etwas stärker waren. Als sie an einem Donnerstagabend im März zusammen mit ihrem Mann das Abendbrot zu sich genommen und noch etwas ferngesehen hatte, fühlte sie sich plötzlich sehr schlecht, es war ihr übel und sie bekam rasende Kopfschmerzen. Sie konnte ihrem Mann noch sagen, wie schlecht es ihr geht, dann brach sie bewusstlos zusammen. Der sofort beigerufene Notarzt wies sie in das Krankenhaus ein, es bestand der Verdacht auf eine Hirnblutung.
Die gründliche Untersuchung, u. a. mittels einer Computertomographie, ergab eine Hirnblutung an einer Stelle, die sich in der Nähe der Schädelbasis befand. Als Blutungsquelle wurde ein Aneurysma vermutet. Dabei handelt es sich um eine Aussackung eines Gefäßes, welche in der Regel bereits angeboren ist und im Laufe des Lebens größer wird, bis sie eines Tages, z. B. infolge eines hohen Blutdruckes, platzen kann. Hier gab es nur eine Hilfe: eine notfallmäßige neurochirurgische Operation. Anna F. wurde mit dem Rettungshubschrauber in ein Schwerpunktkrankenhaus mit neurochirurgischer Versorgung geflogen, dort wurde sie noch in der Nacht notfallmäßig operiert. Es folgten mehrere Tage auf der Intensivstation, anschließend noch 2 Wochen auf einer neurochirurgischen Station, danach kam Anna F. in die Heinrich Mann Klinik zur Rehabilitation.
Konnte sie nach einigen Wochen Rehabilitation bereits die ersten Schritte vollbringen, kann sie nunmehr nach drei Monaten Rehabilitation die Klinik wieder zu Fuß verlassen. Aufgrund der erfolgreichen Operation und des guten Rehabilitationsergebnisses ist die Krankheit "Hirnarterienaneurysma" ausgeheilt. Es besteht noch eine leichte neurologische Restsymptomatik, die sich aber auch in den nächsten Wochen bessern wird. Anna F. hat ihren Lebensmut wiedergewonnen.
Bei der Konzeption der Versorgung von Patienten mit Hirnblutungen ist wichtig festzuhalten, dass die Folgezustände der Hirnschädigungen weniger infolge der Ursachen als vielmehr durch Lokalisation und Ausmaß der Schädigung verursacht sind. Die Schadensbilder sind daher vielfältig und individuell sehr unterschiedlich. Die Behandlung von Störungen von Motorik, Sinneswahrnehmungen, Sprache, emotionalem Erleben im kognitiven Bereich und psychoreaktive Schädigungen müssen patientenbezogen erfolgen.
Individuelle Therapien sind Voraussetzung für gute Rehabilitationsergebnisse - die Patienten erhalten nach der Aufnahmeuntersuchung durch den behandelnden Arzt und die Therapeuten ein auf sie persönlich zugeschnittenes Behandlungsprogramm, das von den Mitgliedern des therapeutischen Teams, zu denen alle diejenigen gehören, die die Patienten behandeln, einschließlich der Pflege, gemeinsam festgelegt wird. Dieses Behandlungsprogramm wird im Laufe der Rehabilitation überprüft und individuell an die Fortschritte des Patienten angepasst.
Anna F. erhielt in der Klinik mehrmals täglich Krankengymnastik, Gehtraining, Ergotherapie in Einzelbehandlungen, Esstraining, Wasch- und Anziehtraining sowie Gleichgewichtstraining. Weiterhin erhält sie Sprachtherapie sowie neuropsychologisches Hirnleistungstraining, um auch die Gedächtnisfunktionen wieder zu aktivieren.
Individuelle Ergänzungen erfolgen mit Maßnahmen wie EMT (EMG-getriggertes Motoriktraining), Atem- und Singtherapie, Musiktherapie und Kunsttherapie.
Frühzeitige prognostische Aussagen, die einen ungünstigen Verlauf voraussagen, haben sich generell als häufig falsch herausgestellt. Daher ist nicht zu verantworten, dem Patienten den möglichen Therapieversuch und dadurch gegebene mögliche Verbesserungschancen zu verweigern. Auch bei länger zurückliegenden Schädigungen lassen sich sehr häufig erstaunliche Verbesserungen erzielen. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Neuro-Rehabilitation beginnen, diese bisher überwiegend klinischen und empirischen Erfahrungen zu untermauern.
Statistische Erhebungen der Heinrich Mann Klinik zeigen, dass sich bei intracerebralen Blutungen sowie bei Subarachnoidalblutungen ein großer Prozentsatz der Patienten wieder deutlich erholt.
In einer Untersuchung der Heinrich Mann Klinik konnte festgestellt werden, dass 73 % der Patienten nach intracerebralen Blutungen "zu Fuß", entweder selbständig oder mit einem Hilfsmittel wie Gehstock oder Rollator, entlassen werden können. Die Selbständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens ist bei diesen Patienten generell gegeben. Nur 14 % der Patienten benötigen intensivere Hilfe oder sind nicht in der Lage, sich selbständig zu versorgen.
Nach intracerebralen Blutungen reicht die Rehabilitationszeit in der Klinik nicht aus - die Patienten benötigen auch später noch die Fortführung der Behandlungen. Hierzu zählen in der Regel Krankengymnastik und Ergotherapie, gelegentlich auch Logopädie und selten EMT. Entsprechende Verordnungen werden während des stationären Aufenthaltes bereits von der Rehabilitationsklinik ausgestellt und die Nachsorge kann organisiert werden.
Für die individuelle und persönliche Betreuung der Patienten bestehen Kontakte zu Selbsthilfegruppen, an die sich die Patientin auch nach ihrer Entlassung wenden können. Selbstverständlich stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Heinrich Mann Klinik auch später noch für eine weitere Betreuung oder Beratung der Patienten zur Verfügung. Bitte sprechen Sie uns an - wir freuen uns auf Sie.
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