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Behandlungsspektrum


Unfall- und Verletzungsfolgen

Symptome
Mein Krankheitsverlauf
Behandlungsprogramm 
Musterbehandlungsplan 
Wirksamkeit
Nachsorge
 

Symptome

Ein Unfall mit Verletzungsfolgen ist in der Regel immer ein schwerer Eingriff in die Integrität des Betroffenen, sieht er sich doch unvorbereitet und unerwartet einer Vielzahl von Symptomen und Einschränkungen ausgesetzt. Das sind Wundschmerzen sowie Funktionsschmerzen des betroffenen Körperabschnittes, er erlebt Einschränkungen der Beweglichkeit der entsprechenden Körperregionen, mit der Folge der Behinderung bei der Bewältigung der Aktivitäten des täglichen Lebens und möglicherweise eine dauerhafte Einschränkung der Belastbarkeit.

"Mein" Krankheitsverlauf

Eigentlich hätte es ein schöner Tag werden sollen, denn mit dem Abbau des Gerüstes wollten wir die vorerst letzten Arbeiten vor dem Einzug in unser neues Haus abschließen. Ich war überrascht, als ich schlagartig den Boden unter den Füßen verlor und über mehrere Meter nach unten stürzte. Ein heftiger Schmerz, eine plötzliche Leere und als ich wieder zu mir kam, war ich erschrocken an wieviel Stellen des Körpers man Schmerz verspüren kann. Mehrere Frakturen, stumpfe Traumata, eine schwere Gehirnerschütterung sind die Ergebnisse eines einzigen "Fehltrittes".

Wir sind eine noch junge Familie, ich bin als Maurer tätig, die Kinder stecken in der Ausbildung und unser neues Haus bringt erhebliche finanzielle Belastungen mit sich. Mehr als die Schmerzen beunruhigt mich die Frage: Wann und ob überhaupt werde ich wieder arbeiten können? Werde ich dann auch in der Lage sein, meine notwendige Leistung wieder zu erbringen. Fragen über Fragen!"

Behandlungsprogramm

Das Therapieprogramm wird individuell nach dem Schädigungsmuster mit muskulärem Aufbau der entsprechenden Körperregion gestaltet. Wichtige Zielrichtungen sind: die Verbesserung der Beweglichkeit, die Kräftigung der angrenzenden gelenkführenden Muskulatur, die Wiederherstellung bzw. der Erhalt der Eigenständigkeit bei den Aktivitäten des täglichen Lebens und die Erprobung und Versorgung mit evtl. notwendigen Hilfsmitteln (Unterarmgehstützen, Verkürzungsausgleich, Bandagen usw.).

Bei Bedarf erfolgt eine psychologische Mitbetreuung zur Schmerzbewältigung und zur emotionalen Stabilisierung sowie Motivation und Aufbau neuer Lebensziele.

Musterbehandlungsplan

Am Anreisetag finden das ärztliche Aufnahmegespräch und die körperliche Untersuchung statt. Nach Erfassen der Ausgangssituation nach standardisiertem Verfahren (Neutral-Null-Methode) und VHS-Schmerzskala werden gemeinsam mit dem Patienten mögliche Therapieziele und Therapieformen abgestimmt. Die Behandlung besteht im allgemeinen aus

  • aktiver Physiotherapie
  • Einzelkrankengymnastik mit Gangschule
  • Übungen im Bewegungsbecken
  • bei Extremitätenverletzungen täglich eine passive Bewegungstherapie (Bewegungsschiene)
  • medizinische Trainingstherapie zur Muskelkräftigung
  • 3 x wöchentlich passive physiotherapeutische Maßnahmen wie Massagen, Fangopackungen, Elektrotherapie
  • Hilfsmittelberatung
  • Aufklärung über das Krankheitsbild und Hilfestellung bei der Krankheitsverarbeitung
  • Ergotherapie
  • Ernährungsberatung
  • psychologische Mitbetreuung (Einzelgespräche, Schmerzbewältigung, Entspannungsverfahren)
  • Sozialberatung zur Klärung der beruflichen Reintegration bzw. bei der Bewältigung der Aktivitäten des täglichen Lebens

Wirksamkeit

In der Rehabilitation von Unfallfolgen ist die aktive Mitarbeit des Betroffenen besonders wichtig. Dabei ist es zum Aufbau einer entsprechenden Motivation unumgänglich, den Prozess der Genesung für alle Beteiligten transparent zu gestalten. Wir erheben deshalb ständig eine Reihe wichtiger Parameter. Diese setzen sich aus subjektiven, vom Patienten einzuschätzenden Daten (Schmerz, Gehstrecke, Gangbild, Treppensteigen), Aktivitäten des täglichen Lebens und objektiven - vom Arzt einzuschätzende - zusammen. Wobei die subjektiven Parameter einen höheren Stellenwert besitzen, da sie über den Erfolg der Rehabilitationsmaßnahme wesentlich entscheiden.

Nachsorge

Die Therapie von Unfallfolgen ist meist mit dem Ende der Rehabilitationsbehandlung an unserer Klinik noch nicht abgeschlossen, sondern erfordert weiteres Engagement. Der Betroffene hat während des Aufenthaltes die Möglichkeit alle wichtigen Informationen zu erhalten, die notwendigen therapeutischen Techniken zu erlernen und auf persönliche Akzeptanz zu überprüfen, um danach gezielt weiterarbeiten zu können.

Der Patient erhält ein krankengymnastisches Übungsprogramm zur selbständigen Anwendung. Ein individuelles Trainingsgruppenprogramm wird vom Diplomsportlehrer in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Arzt erarbeitet und der Patient zur selbständigen Durchführung angeleitet. Adressen von heimatnahen Selbsthilfesport- und Trainingsgruppen werden zur Sicherung eines nachhaltigen Therapieerfolges gerne vermittelt. Bitte sprechen Sie uns an.

Im Rahmen des Qualitätssicherungsverfahrens des VDR (Verband Deutscher Rentenversicherungsträger) wurde die orthopädische Abteilung der Heinrich Mann Klinik als beste Thüringens ausgezeichnet.

  Neurologische Frührehabilitation
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