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Neben den medizinischen Folgen gynäkologischer Tumorerkrankungen an der Gebärmutter, den Eierstöcken oder der Vagina spielen seelische und emotionale Belastungen eine gravierende Rolle.
Oftmals kommt es zu erheblichen Einschränkung der Lebensqualität, entweder durch die Grunderkrankung selbst, durch die Ergebnisse der häufig schwierigen und eingreifenden Operationen, durch die belastenden Folgen etwa notwendiger Chemo- oder Strahlentherapie oder durch die Auswirkungen im persönlichen, sozialen und partnerschaftlichen Bereich. Häufig wird der Krankheitsverlauf zusätzlich durch eine Inkontinenz oder auch Störungen der sexuellen Erlebnisfähigkeit verschlimmert. Auch Aspekte der persönlichen Akzeptanz und des Selbstwertgefühls müssen Beachtung finden und in die Behandlung mit einfließen.
Zu diesen Auswirkungen der Krankheit bieten wir Verständnis, Information und umfassende Hilfe für jede einzelne Patientin in ihrer jeweils individuellen Situation an.
Seit einiger Zeit habe ich an mir Veränderungen bemerkt, die keinen Zweifel daran ließen, dass ich mich in den Wechseljahren befand und so hat es mich nicht überrascht, dass vor einigen Monaten die Regelblutung gänzlich ausblieb. Es war eben so! Als dann vor einigen Wochen plötzlich wieder Blutungen auftraten, war ich doch sehr beunruhigt. Ich war schockiert, als mir meine Frauenärztin mitteilte, dass sich in meiner Gebärmutter ein Tumor gebildet hatte.
Alles andere ging sehr schnell: Die Gebärmutter wurde operativ entfernt, leider war der Tumor schon fortgeschritten, so dass eine Nachbehandlung erforderlich war, die mich insgesamt sehr schwächte, die mir erhebliche Probleme im Unterleib einbrachte und zu einer sehr unangenehmen Blasenschwäche führte.
Jetzt, nachdem die Behandlung abgeschlossen ist, habe ich Angst - Angst vor der Krebserkrankung, Angst vor meinem Körper, dem nach der Operation ein wichtiger Teil genommen ist, Angst aber auch vor meiner partnerschaftlichen und beruflichen Zukunft. Für alle meine Ängste suche ich Hilfe.
Während des Aufenthaltes werden die betroffenen Frauen vom ersten bis zum letzten Tag vom gleichen Arzt begleitet, der ihr erster und täglicher Ansprechpartner ist und umfassende Erfahrungen in der Behandlung von gynäkologischer Tumoren und den Folgeerscheinungen hat.
Das Therapieprogramm orientiert sich sehr individuell am konkreten Behandlungsfall, da jede Erkrankung einzigartig ist und jede Patientin ihre persönliche Geschichte und ihre ganz konkreten Erwartungen an die Therapie in die Klinik mitbringt.
Deshalb wird der persönliche Behandlungsplan nach einer umfassenden medizinischen Untersuchung gemeinsam mit der betroffenen Frau erstellt. Seine Umsetzung wird in einem sehr engmaschigen System von Patient-Arzt-Kontakten mehrfach pro Woche kontrolliert und immer wieder auf seine Sinnhaftigkeit, seine Umsetzbarkeit durch die Patientin und seine Ergebnisse überprüft. Etwa notwendige Änderungen können so sehr schnell erfasst und umgesetzt werden.
Ein Therapieplan beinhaltet in der Regel folgende Komponenten:
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Die Behandlung von Komplikationen, wie etwa Wundheilungsstörungen.
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Laufende Chemotherapien werden genauso überprüft und weitergeführt, wie die Therapie etwaiger Begleitkrankheiten.
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Es erfolgt eine Informationsvermittlung zur Krankheit, zur weiteren Therapie, zur möglichen Vorbeugung und zu Methoden der Krankheitsverarbeitung in unserer onkologischen Patientengruppe.
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Es besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an unserer ‚Frauengruppe' zu frauenspezifischen Fragen.
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Es besteht die Möglichkeit zu intensiven Einzelgesprächen mit dem Therapeuten.
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Aktive Physiotherapien zur lokalen - wie etwa eine auf ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten ausgerichtet Beckenbodengymnastik - und allgemeinen Konditionierung mit einem individuellen Belastungssprofil.
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Passive Physiotherapien, wie etwa manuelle Lymphdrainagen, sofern sich ein Lymphödem entwickelt haben sollten.
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Entspannungstherapie, bevorzugt in Form der Progressiven Muskelentspannung.
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Eine personenbezogene sozialmedizinische Beratung.
Neben einer wirksamen medizinischen Behandlung wollen wir erreichen, dass die Patientin in die Lage versetzt wird mit ihrer Krankheit, den Folgen, den notwendigen Therapien und deren zum Teil leider gravierenden Auswirkungen umzugehen. Die eigene Betroffenheit und schwierige emotionale Situation soll bewältigt und Möglichkeiten einer positiven Lebensperspektive aufgezeigt werden. Dies sind Hauptanliegen unserer Behandlung.
Die schnelle Rekonvaleszenz und die Vermeidung oder zumindest Reduzierung von Nebenwirkungen der unterschiedlichen onkologischen Therapien sind wichtige Teilaspekte unserer Behandlung. Unser Team beherrscht u. a. die Technik einer sehr nebenwirkungsarmen Anwendung der Chemotherapie genauso, wie die Vermeidung oder Behandlung von Harn- und/oder Stuhlinkontinenz und eines Lymphödems, als nicht seltene und gravierende Nebenwirkung.
Die Wirksamkeit dieser Form der Therapie auf die Lebensqualität ist wissenschaftlich belegt und wird von uns ständig mit aktuellen Erhebungsmethoden kontrolliert.
Die Therapie von Tumoren im gynäkologischen Bereich ist in der Regel mit dem Ende der Rehabilitationsbehandlung nicht abgeschlossen, sondern erfordert weiteres persönliches Engagement. Die Patientinnen haben während des Aufenthaltes an unserer Klinik die Möglichkeit alle wichtigen Informationen zu erhalten, die notwendigen therapeutischen Techniken zu erlernen und auf persönliche Akzeptanz zu überprüfen, um sich danach gezielt präventiv verhalten zu können.
Auf diesem Weg sehen wir die Einbindung in eine Gruppe der "Frauenselbsthilfe nach Krebs" als einen wichtigen Schritt. Gerne vermitteln wir auf Wunsch den entsprechenden Kontakt, da wir sehr eng mit den Selbsthilfegruppen in unserem Umfeld zusammenarbeiten und diese mit unseren Möglichkeiten unterstützen. Bitte sprechen Sie uns an.
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