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Urologische Tumorerkrankungen an der Harnblase, den Nieren und Harnleitern, der Prostata und am Penis führen vielfach zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität, entweder durch die Grunderkrankung selbst, durch die Ergebnisse der häufig schwierigen und eingreifenden Operationen, durch die belastenden Folgen etwa notwendiger Chemo- oder Strahlentherapie oder durch die Auswirkungen im persönlichen, im sozialen oder nicht selten im partnerschaftlichen Bereich.
Häufig wird die Erkrankung begleitet durch Harn- und/oder Stuhlinkontinenz, die Anlage einer künstlichen Harnableitung und vielfach auch sexuellen Störungen.
Zu diesen Auswirkungen der Krankheit bieten wir Verständnis, Information und umfassende Hilfe für jeden einzelnen Patienten in seiner jeweils individuellen Situation an.
Ich war unangenehm berührt, als ich plötzlich Symptome an mir bemerkte, die ich bis dahin als "Altmännerkrankheit" abgetan hatte. Es waren Probleme mit dem Wasserlassen, die mich daran erinnerten, dass nicht nur andere Männer, sondern auch ich eine Prostata habe. Der Gang zum Urologen, eine Untersuchung mit Bestimmung des "berüchtigten" PSA-Wertes, Gewebeprobe und die beängstigende Diagnose: "Sie haben Prostatakrebs!"
Eine Reihe von Untersuchungen, schließlich die Operation mit Entfernung der Vorsteherdrüse. Zum Glück hat der Krebs im Körper noch nicht gestreut, so dass es vorerst damit getan ist. Zwei Begriffe drängen sich in meine Gedanken, die der Urologe vor der Operation angesprochen hatte, die ich zuerst zur Seite legte, weil anderes wichtiger war und die jetzt mit Gewalt wieder auftauchen: Inkontinenz und Impotenz.
Ich merke bei jeder Bewegung sehr unangenehm, dass ich inkontinent bin und nachts schmerzlich, dass mein sexuelles Verlangen nicht mehr das ist, was es mal in den Jahren vor der Operation war.
Während des Aufenthaltes werden die Patienten vom ersten bis zum letzten Tag vom gleichen Arzt begleitet, der ihr erster und täglicher Ansprechpartner ist und umfassende Erfahrungen in der Behandlung urologischer Tumoren hat.
Das Therapieprogramm orientiert sich sehr individuell am konkreten Behandlungsfall, da jeder betroffene Mann seine ureigene Erkrankung, seine persönliche Geschichte und seine ganz konkreten Erwartungen an die Therapie mitbringt. Deshalb wird der persönliche Behandlungsplan nach einer umfassenden medizinischen Untersuchung am ersten Tag des Aufenthaltes gemeinsam mit den Betroffenen erstellt, seine Umsetzung wird in einem sehr engmaschigen System von Patient-Arzt-Kontakten mehrfach pro Woche kontrolliert und immer wieder auf seine Sinnhaftigkeit, seine Umsetzbarkeit durch den Patienten und seine Ergebnisse kontrolliert. Etwa notwendigen Änderungen können so sehr schnell erfasst und umgesetzt werden.
Der Therapieplan beinhaltet in der Regel folgende Komponenten:
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Die Behandlung von Komplikationen, wie etwa Wundheilungsstörungen
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Laufende Chemo- und/oder Hormontherapien werden genauso überprüft und weitergeführt, wie die Therapie etwaiger Begleitkrankheiten
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Eine Informationsvermittlung zur Krankheit, zur weiteren Therapie, zur möglichen Vorbeugung und zu Methoden der Krankheitsverarbeitung in unserer onkologischen Patientengruppe
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Es besteht die Möglichkeit zur Teilnahme an unserer ‚Männergruppe' zu geschlechtsspezifischen Fragen
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Es besteht die Möglichkeit zu intensiven Einzelgesprächen mit dem Therapeuten
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Aktive Physiotherapien zur lokalen - wie etwa eine auf ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten ausgerichtet Beckenbodengymnastik - und allgemeinen Konditionierung mit einem individuellen Belastungsprofil
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Methoden der Inkontinenzbehandlung und Inkontinenzversorgung
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Hilfestellung im Abbau sexueller Funktions- und Erlebnisstörungen
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passive Physiotherapien, wie etwa manuelle Lymphdrainagen, sofern ein Lymphödem entwickelt wurde
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Entspannungstherapie, bevorzugt in Form der Progressiven Muskelentspannung
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Eine personenbezogene sozialmedizinische Beratung
Neben einer wirksamen medizinischen Behandlung wollen wir erreichen, dass der Patient in die Lage versetzt wird mit seiner Krankheit, den Folgen, den notwendigen Therapien und deren zum Teil leider gravierenden Auswirkungen umzugehen. Die eigene Betroffenheit und schwierige emotionale Situation soll bewältigt und Möglichkeiten einer positiven Lebensperspektive aufgezeigt werden. Dies sind Hauptanliegen unserer Behandlung.
Die schnelle Rekonvaleszenz und die Vermeidung oder zumindest Reduzierung von Nebenwirkungen der unterschiedlichen onkologischen Therapien sind wichtige Teilaspekte unserer Behandlung. Unser Team beherrscht u. a. die Technik einer sehr nebenwirkungsarmen Anwendung der Chemotherapie genauso, wie die Vermeidung oder Behandlung von Harn- und/oder Stuhlinkontinenz und eines Lymphödems, als nicht seltene und gravierende Nebenwirkung.
Darüber hinaus sind wir spezialisiert auf die Behandlung sexueller Störungen, wie etwa der Potenzschwäche.
Die Wirksamkeit unserer Therapien auf die Lebensqualität ist wissenschaftlich belegt und wird von uns ständig mit aktuellen Erhebungsmethoden kontrolliert.
Die Therapie von Tumoren im urologischen Bereich ist in der Regel mit dem Ende der Rehabilitationsbehandlung nicht abgeschlossen, sondern erfordert weiteres persönliches Engagement. Die Patienten haben während des Aufenthaltes an unserer Klinik die Möglichkeit alle wichtigen Informationen zu erhalten, die notwendigen therapeutischen Techniken zu erlernen und auf persönliche Akzeptanz zu überprüfen, um sich danach gezielt präventiv verhalten zu können.
Auf diesem Weg sehen wir die Einbindung in eine Selbsthilfegruppe als einen wichtigen Schritt. Gerne vermitteln wir auf Wunsch den entsprechenden Kontakt, da wir sehr eng mit den Selbsthilfegruppen in unserem Umfeld zusammenarbeiten und diese mit unseren Möglichkeiten unterstützen. Bitte sprechen Sie uns an.
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