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Die Multiple Sklerose ist eine Entzündungskrankheit des Zentralen Nervensystems. Die Symptome sind vielgestaltig und abhängig von Ort und Ausmaß der Entzündungsherde. Typisch sind spastische Lähmungen, Gangstörungen, Sehstörungen (Doppelbilder, Visusminderung), Sprech- und Schluckstörungen sowie Blasen- und Sexualfunktionsstörungen.
Ein Rehabilitationsaufenthalt kann in allen Phasen der Erkrankung und bei allen Verlaufsformen sinnvoll sein. Während nach der Erstmanifestation häufig neben Behandlung verbliebener neurologischer Symptome die Information über die Erkrankung und die Krankheitsverarbeitung im Vordergrund stehen, wird in späteren Phasen die individuell auf den Symptomenkomplex des Einzelnen abgestimmte Therapie immer wichtiger. Hierzu gehört selbstverständlich auch die Einleitung aller etablierten Verfahren der Immuntherapie und die Durchführung aller zur Diagnostik notwendigen Verfahren.
Nach insgesamt vier Schüben in den vergangenen zwei Jahren kam Andrea S. in die Kiliani-Klinik. Zu der von der Akutklinik vorgeschlagenen Therapie mit Interferon konnte sie sich nicht durchringen, zu sehr litt sie noch unter dem wiederholten Krankenhausaufenthalt und der Cortisontherapie, aber auch unter den Ängsten, aufgrund der Feinmotorikstörungen der Hände und der Gangunsicherheit seit dem letzten Schub nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu können.
Ihr häufiger und impulsiver Harndrang quälte sie schon lange - hier hatte aber noch nie jemand nachgefragt und sie selbst brachte die Blasenstörung mit der Multiplen Sklerose nicht in Verbindung. In der Kiliani-Klinik konnten die Zusammenhänge geklärt und behandelt werden. Auch die Ängste der Patientin konnten im gemeinsamen Gespräch erstmals thematisiert und relativiert werden, so dass Andrea S. nun auch mit einem guten Gefühl die Immuntherapie annehmen konnte.
Sowohl die ursächliche Therapie als auch die symptomatische Therapie der Multiplen Sklerose orientiert sich an den aktuellsten wissenschaftlichen Standards, die von der Deutschen Expertenkommission, der MS-Therapie-Konsensusgruppe erarbeitet wurden. So vielfältig und individuell der jeweilige Verlauf der Multiplen Sklerose ist, so unterschiedlich sind deshalb auch die Behandlungsprogramme. Eines ist jedoch allen gemein: Immer erfolgt die engmaschige Abstimmung mit dem Patienten. Darüber hinaus wird in speziellen psychologisch und ärztlich geleiteten Gesprächskreisen der Informations- und Erfahrungsaustausch unter den MS-Patienten der Klinik gefördert.
Die Behandlungspläne variieren je nach individueller Behandlungssituation des Patienten.
Beispielhafter Tagesbehandlungsplan für einen MS-Betroffenen, der einer regelmäßigen Berufstätigkeit nachgeht und unter einer Gangstörung, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen und Blasenentleerungsstörungen leidet:
08:30 Uhr Restharnsonographie 09:00 Uhr Visite 10:00 Uhr Einzelkrankengymnastik 11:30 Uhr Koordinationstraining in der Gruppe
14:00 Uhr Kognitives Training (Computerraum) 15:30 Uhr Medizinische Trainingstherapie 17:00 Uhr Walking im Kurpark bzw. Terraintraining
Beispielhafter Tagesbehandlungsplan für einen MS-Betroffenen, der rollstuhlabhängig, teilweise pflegebedürftig in den wesentlichen Aktivitäten des täglichen Lebens ist und unter Blasenentleerungsstörungen und Schluckstörungen leidet:
07:30 Uhr Wasch- und Anziehtraining 09:00 Uhr Logopädie mit Schlucktraining 11:00 Uhr Einzel-Krankengymnastik 12:00 Uhr Esstraining 15:00 Uhr Einzel-Ergotherapie 16:30 Uhr Neuropsychologie 18:00 Uhr Sozialtherapie zur Klärung der weiteren Versorgung
Stationäre Rehabilitation bei der Multiplen Sklerose hat auf den Langzeitverlauf der Erkrankung positive Auswirkungen, kann die regelmäßige ambulante Therapie sinnvoll ergänzen und bereichern. Dies ist das Ergebnis mehrerer internationaler Studien, und dies ist auch die Erfahrung der vielen Patienten der Kiliani-Klinik. Die Verbesserungen beziehen sich nachhaltig insbesondere auf die Alltagsfähigkeiten und auf die gesamte Lebensqualität.
Zur Sicherung des Behandlungserfolgs erhalten unsere Patienten ausführliche Informationen, z. B. hinsichtlich der weiteren medikamentösen Therapien. In regelmäßigen Besuchen vor Ort unterrichten die Ärzte der Kiliani-Klinik bei Vorträgen Betroffene über Fortschritte in der Behandlung der MS, zudem werden regelmäßig Patientenseminare in der Klinik durchgeführt.
Darüber hinaus pflegt die Kiliani-Klinik enge Kontakte zu den lokalen Selbsthilfegruppen, insbesondere den Kontaktgruppen der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft. Adressen von Selbsthilfegruppen vermitteln wir gerne. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.
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