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Die Behandlung von Tumoren des Zentralen Nervensystems erfolgt in der Regel in der Akutklinik durch Operation, Bestrahlung und/oder Chemotherapie. Je nach Ausdehnung des Tumors ist es manchmal nicht zu vermeiden, dass nach der Akutbehandlung neurologische Störungen zurückbleiben. Diese sind insbesondere von der Lage des Tumors im Gehirn oder Rückenmark und den hierdurch beeinträchtigten Zentren und Nervenbahnen abhängig.
Daneben treten häufig auch als Folge der Behandlung kognitive Störungen auf, d. h. Konzentrationsstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen oder Beeinträchtigungen von Kurz- und Langzeitgedächtnis. Zudem müssen die Diagnose und Behandlung einer Raumforderung des Gehirns (Tumorwucherungen) vom Betroffenen bewältigt werden, was nicht selten zu krisenhaften Situationen im Leben der Patienten führt.
Aus dem Alltag wurde Evelin T. unvermittelt herausgerissen: Beim Einkaufen im Supermarkt wurde sie plötzlich bewusstlos. Augenzeugen schilderten einen epileptischen Anfall, als dessen Ursache die Ärzte in der Neurologischen Abteilung einen gutartigen Tumor ausgehend von den Hirnhäuten im Frontalhirn ausmachten. Erst jetzt fiel der Familie von Evelin T. auf, dass sie in den vergangenen Monaten insgesamt nicht mehr so agil war und immer wieder über Kopfschmerzen geklagt hatte.
In der Neurochirurgie wurde das gutartige Meningeom entfernt und im Anschluss kam Evelin T. in eine Rehabilitationsklinik. Dort wurden ihre fortbestehenden Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen und die nach der Operation noch anhaltenden Kopfschmerzen erfolgreich therapiert. Darüber hinaus ist die Wiedererlangung ihrer ursprünglichen psychophysischen Belastbarkeit ein wichtiges Rehabilitationsziel.
Das Rehabilitationskonzept ist ganzheitlich ausgerichtet. Das heißt, dass nicht ausschließlich die Ausfallsymptome nach der Operation oder durch den Tumor allein behandelt werden, sondern auch die speziellen Bedürfnisse und die emotionale Situation des Patienten eine besondere Berücksichtigung finden. Aufgrund der besonderen Probleme bei kognitiven Störungen und der Krankheitsbewältigung wird der psychologischen und neuropsychologischen Betreuung der Betroffenen ein hoher Stellenwert beigemessen.
Kernpunkte der multiprofessionellen Behandlungsprogramme sind die Krankengymnastik, Sporttherapie, Sprach- und Schlucktherapie, Ergotherapie und (Neuro-) Psychologie. In der weiterführenden Rehabilitation steht das Wiedererlernen von Alltagsaktivitäten und somit die Förderung der Selbsthilfefähigkeit im Mittelpunkt.
Die Rückkehr an den Arbeitsplatz, bzw. bei Senioren die vollständige Wiederherstellung der Selbsthilfe, ist das vorrangige Ziel in der Anschlussheilbehandlung (AHB). Das Rehabilitationsteam unter Leitung eines Arztes trifft sich wöchentlich, um die Therapiefortschritte jedes einzelnen Patienten festzuhalten und den Therapieplan darauf neu abzustimmen.
Einen Musterbehandlungsplan für "den" typischen Betroffenen mit einer Tumorerkrankung des Gehirns gibt es nicht. Die Beteiligung der unterschiedlichen Disziplinen richtet sich nach dem individuellen Störungsmuster und nach dem hieraus resultierenden Behinderungen im Alltag bzw. im Berufsleben. Eine optimale Rehabilitation setzt die Abstimmung der Therapie auch mit den individuellen Zielen des Patienten voraus. Wie ein roter Faden ziehen sich jedoch die Hilfen zur Krankheitsbewältigung durch den Therapieplan. Psychologische Einzel- und Gruppengespräche, aber auch ergotherapeutisch geleitete Kreativgruppen helfen bei der Überwindung der Krankheit.
Nach dem Aufenthalt in der Kiliani-Klinik wird meistens die Behandlung von zuhause aus weitergeführt. Ambulante Neuropsychologie kann bei bleibenden kognitiven Störungen in Anspruch genommen werden. Da hier die Therapie-Einrichtungen nicht flächendeckend vorhanden sind, helfen die Psychologen der Kiliani-Klinik gerne bei der Suche nach geeigneten ambulanten Hilfen. Gelegentlich kann der Betroffene mit Therapie-Software zuhause am eigenen Computer weiterarbeiten.
Selbstverständlich muss bei bleibenden motorischen Problemen oder Sprachstörungen die Logopädie und/oder Physiotherapie fortgeführt werden. Wichtig ist der Austausch unter Betroffenen, so dass auf Wunsch auch Kontakte zu Selbsthilfegruppen am Wohnort hergestellt werden können. Bitte sprechen Sie uns darauf an.
Dies alles ersetzt jedoch nicht die weitere medizinische Betreuung in der Nachsorge. Dies geschieht meist in der Akutklinik am Wohnort. Die Kiliani-Klinik stellt hierfür die während der Rehabilitation erhobenen Befunde zur Verfügung.
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