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Der Schlaganfall, die Mangeldurchblutung bestimmter Hirnareale, ist die häufigste neurologische Erkrankung und stellt die wichtigste Ursache für eine bleibende Behinderung im Erwachsenenalter dar.
Die Symptome sind sehr variabel. Sie umfassen unter anderem Lähmungser-scheinungen und Gefühlsstörungen in Gesicht und an den Extremitäten, Gesichtsfeldstörungen und Doppelbilder, aber auch Sprech- und Schluckstörungen, Schwindel und komplexe neuropsychologische Defizite. Nicht selten ruft ein Schlaganfall eine begleitende Depression hervor. Dabei ist die Dauer der Symptomatik, die von nur wenigen Minuten bis hin zu bleibenden Störungen reicht, von untergeordneter Bedeutung. Rasche Verbesserungen in den ersten Stunden können durch Wiederaufnahme der Durchblutung bedingt sein.
Die Rehabilitation zielt auf eine über die spontane Besserung hinausgehende Wiederherstellung der Funktionen. Dabei wird die Fähigkeit des Nervensystems genutzt, sich an veränderte neue Bedingungen anzupassen. Aber auch wenn keine offensichtlichen Ausfallerscheinungen nach einem Schlaganfall zurückgeblieben sind ist Rehabilitation sinnvoll, z. B. um Risikofaktoren zu minimieren, den Lebensstil zu beeinflussen, Krankheitsbewältigung zu ermöglichen und/oder neuropsychologische Störungen zu behandeln.
Bis vor wenigen Wochen stand Peter K. (46) täglich als Lehrer vor seinen Schülern bis zu dem Tag, als er im Klassenzimmer rechtsseitig gelähmt zusammenbrach und die Sprache verlor. Die Ärzte diagnostizierten eine Mangeldurchblutung in der linken Hirnhälfte, ausgelöst durch ein Blutgerinnsel, das sich im Herzen gebildet hatte.
"Die Rehabilitation war lange, aber die täglichen Fortschritte und die aufmunternden Worte von Ärzten, dem Pflegeteam und meines Logopäden haben mich durchhalten lassen." Die Sprache kehrte zurück: Nur wer genau aufpasst, bemerkt gelegentlich noch einen Buchstabendreher. Die Konzentrationsstörungen und die Probleme beim Rechnen wurden in der Neuropsychologie erfolgreich behandelt und selbst langsames Joggen in der Freizeit ist wieder drin. Und die Schüler freuen sich über die Rückkehr des beliebten Lehrers in die Schule.
Das Rehabilitationskonzept ist ganzheitlich ausgerichtet. Das heißt, dass nicht ausschließlich die Symptome des Schlaganfalls, die individuellen Störungsbilder und Begleiterkrankungen behandelt werden, sondern auch die speziellen Bedürfnisse und die emotionale Situation des Patienten eine besondere Berücksichtigung finden.
Kernpunkte der multiprofessionellen Behandlungsprogramme sind die Krankengymnastik, Sporttherapie, Sprach- und Schlucktherapie, Ergotherapie und (Neuro-) Psychologie. In der Frührehabilitation nimmt die aktivierende Rehabilitations-pflege in Abstimmung mit den anderen Disziplinen einen besonders breiten Raum ein. In der weiterführenden Rehabilitation steht das Wiedererlernen von Alltagsaktivitäten und somit die Förderung der Selbsthilfefähigkeit im Mittelpunkt. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz, bzw. bei Senioren die vollständige Wiederher-stellung der Selbsthilfe, ist das vorrangige Ziel in der Anschlussheilbehandlung (AHB). Das Rehabilitationsteam unter Leitung eines Arztes trifft sich wöchentlich, um die Therapiefortschritte jedes einzelnen Patienten festzuhalten und den Therapieplan darauf neu abzustimmen.
Einen Musterbehandlungsplan für "den" typischen Schlaganfallpatienten gibt es nicht. Die Beteiligung der unterschiedlichen Disziplinen richtet sich nach dem individuellen Störungsmuster und den hieraus resultierenden Behinderungen im Alltag bzw. im Berufsleben. Eine optimale Rehabilitation setzt die Abstimmung der Therapie auch mit den individuellen Zielen des Patienten voraus.
Die Wirksamkeit der Rehabilitation ist belegt - die Behandlung für den Betroffenen und für die Gesellschaft sinnvoll. Ein Großteil der bei Aufnahme schwerbehinderten Patienten verlässt in deutlich gebessertem Zustand die Klinik, so dass sie in den Aktivitäten des täglichen Lebens von Fremdhilfe wieder unabhängig sind. Viele Erwerbstätige verlassen arbeitsfähig die Klinik. Einher geht dies mit einer deutlichen Steigerung der individuellen Lebensqualität. Nicht zuletzt wird in der Rehabilitation präventiv gearbeitet, d. h. Risikofaktoren des Patienten werden minimiert um einen Behandlungserfolg langfristig zu gewährleisten und dadurch weitere Schlaganfälle zu verhindern.
Nach dem Aufenthalt in der Kiliani-Klinik wird die Behandlung zumeist ambulant weitergeführt, denn oftmals sind Krankengymnastik, Ergotherapie und Sprachtherapie über einen längeren Zeitraum erforderlich. Jeder Patient erhält bei der Entlassung seinen individuellen Weiterbehandlungsvorschlag. Ambulante Therapien können selbstverständlich auch in der Kiliani-Klinik durchgeführt werden.
Darüber hinaus ist die Kiliani-Klinik Treffpunkt für Selbsthilfegruppen von Schlaganfallbetroffenen, Patienten mit bleibenden Sprachstörungen (Aphasiker) und deren Angehörigen. Vorträge zur Schlaganfallvorbeugung, zu denen auch die Öffentlichkeit eingeladen ist, unterstützen das Gesundheitsbewusstsein. Entsprechende Kontakte stellen wir gerne her - bitte sprechen uns an.
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