Symptome
Die Herzinsuffizienz kann in Deutschland inzwischen schon zu den Volkskrankheiten gezählt werden. Denn jährlich erkranken hierzulande etwa zwei bis drei Millionen Menschen an der landläufig als Herzschwäche bezeichneten Erkrankung. Herzinsuffizienz bedeutet, dass der Herzmuskel zu schwach ist, um ausreichend Blut durch den Körper in die Lunge und andere lebenswichtige Organe zu pumpen. Diese können dann nur unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Als Folge verspüren die Betroffenen oft Müdigkeit, Atemnot und Leistungsschwäche. Ein Blutstau in der Lunge kann zudem Luftnot verursachen und schlimmstenfalls sogar zu einem lebensbedrohlichen Lungenödem führen.
"Mein" Krankheitsverlauf
Der sonst so rüstige, 70-jährige Manfred W. verzeichnet bei sich einen enormen Leistungsabfall. Auf seine ausgedehnten, täglichen Spaziergänge verzichtet er schon seit einigen Wochen, da er hierbei nur sehr schlecht Luft bekommt und generell ständig müde ist. In der letzten Zeit verspürt er aber auch im Liegen Atemnot, und ein nicht abklingen wollender Husten mischt sich seit einigen Tagen darunter. Besonders belastend ist aber eine Art brodelndes Nebengeräusch, das beim Ein- und Ausatmen entsteht. Allmählich bekommt der Rentner es mit der Angst zu tun und sucht einen Arzt auf. Dieser diagnostiziert eine Herzinsuffizienz. Nach der wichtigen akutmedizinischen Versorgung kommt Manfred W. in eine Rehabilitationsklinik.
Behandlungsprogramm
Bei den Patienten, die mit einer Herzinsuffizienz in die Klinik Möhnesee kommen, führen wir zunächst eine Standarddiagnostik durch. Dazu gehören ein Ruhe- und ggf. Belastungs-EKG, Laborkontrollen, Echokardiografie, ein Langzeit-EKG und bedarfsweise auch eine Lungenfunktions- und Schlafapnoe-Diagnostik. Je nach Erkrankung nehmen die Betroffenen im Anschluss daran am jeweiligen spezifischen Behandlungsprogramm teil. Dieses besteht immer aus drei grundlegenden Bausteinen, nämlich den Patientenschulungen, der Bewegungstherapie und der medikamentösen Therapie.
Leidet der Patient an einer Herzinsuffizienz, nimmt er zusätzlich an zwei Schulungseinheiten teil, die mit dem Zentrum Patientenschulung der Universität Würzburg für diesen Bereich entwickelt wurden. Diese umfassen eine ärztliche und eine sporttherapeutische Schulung zu je einer Stunde mit all den für den Bereich Herzinsuffizienz relevanten Themen.
Unser spezielles, Behandlungsprogramm dauert drei Wochen. Diese Zeitspanne ist auch notwendig, um die Patienten medikamentös richtig einzustellen. Stellen unsere Fachleute zudem fest, dass der Betroffene unter seelischen Belastungen wie Angst oder gar Depressionen leidet, kann er zudem im integrierten Zentrum für Psycho-Kardiologie mit behandelt werden.
Des Weiteren ist die Klinik Möhnesee Partner in dem speziell für Patienten mit Herzinsuffizienz entwickelten Therapieprogramm CorBene, einem Programm von nahezu allen nordrhein-westfälischen Betriebskrankenkassen. Für die entsprechenden Patienten wurde ein "Curriculum Herzinsuffizienz" erarbeitet, das die Qualitätskriterien für Patientenschulungen, die Therapieleitlinien der kardiologischen Fachgesellschaften und deren Realisierbarkeit im Alltag einer Rehabilitationsklinik vereint.
Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie können Sie hier einsehen.
Wirksamkeit
Die speziell bei Herzinsuffizienz eingesetzte Patientenschulung in der Klinik Möhnesee wurde in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Rehabilitations-wissenschaften der Universität Würzburg evaluiert und entsprechend angepasst. Das Konzept ist damit die deutschlandweit erste evaluierte Schulung in manualisierter Form. Eine Befragung ergab zum einen, dass die Patienten die Inhalte, deren Verständlichkeit und Alltagsrelevanz sowie die Methodik der Schulungsmodule positiv bewerten. Zum anderen zeigte ein Wissenstest, das die Betroffenen die Inhalte der Schulungen adäquat aufnahmen und dadurch neues Wissen hinzugewannen.
In den Patientenschulungen wird das Informationsmaterial von SHAPE verwendet. Ein von SHAPE herausgegebenes virtuelles Buch "Herzschwäche - Verstehen und Vorbeugen" können Sie sich hier herunterladen.
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie auch unter www.corbene.de
|