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Psychosomatik

Angststörungen


Angststörungen

Symptome
Mein Krankheitsverlauf
Behandlungsprogramm
Musterbehandlungsplan
Wirksamkeit
Nachsorge

Symptome

Angst ist eine menschliche Grunderfahrung und das Erleben von Angst ist unvermeidbar. Angst ist zunächst eine biologisch angelegte, sinnvolle Reaktion, die bei der Wahrnehmung von Gefahren und Bedrohungen auftritt und die dem Organismus die notwendige Energie entweder zur Flucht oder zum Angriff zur Verfügung stellt, um die Situation zu bewältigen.

Angst ist von einer Ausschüttung u. a. des "Stresshormons" Adrenalin verbunden und äußert sich auf der körperlichen Ebene - bei jedem Menschen etwas unterschiedlich - durch Herzklopfen, vermehrtes Atmen / Atemnotgefühl, Schwindelgefühl, Mundtrockenheit, Schwitzen, Zittern und "weiche Knie". Das dazu erlebte Gefühl kann Panik, Ausgeliefertsein, Hilflosigkeit oder Furcht sein. Auf der gedanklichen Ebene wird die Gefahr bewertet und es wird nach Auswegen gesucht (z. B. "ich muss hier raus, sonst werde ich sterben"). Auf der Verhaltensebene kommt es je nach Situation und Person zu Flucht, Vermeidung, Hilfeholen oder auch Angriff.

Zu einer Krankheit wird Angst erst dann, wenn die Angst zu oft (ohne ausreichenden Anlass), zu stark oder zu lange auftritt. Daraus entsteht Leidensdruck und die Lebensqualität leidet darunter, das möglicherweise angstauslösende Situationen vermieden werden. Man spricht dann von einer Angststörung. Patienten, denen durch ambulante Behandlung nicht ausreichend geholfen werden kann, können in der Klinik Möhnesee Hilfe finden.

"Mein" Krankheitsverlauf

Peter K., 35 Jahre alt, hatte sich schon seit etwa einem Jahr beim Autofahren seltsam unwohl gefühlt und Sorgen gehabt, er könnte in einen Unfall verwickelt werden. Eines Tages verspürte er in seinem PKW auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, als er gerade an einem Bahnübergang warten musste, plötzlich Atemnot, ein Beklemmungsgefühl in der Brust, Herzrasen und Schwindel. Es wurde ihm übel und er dachte, dass er jetzt sterben müsste. Er war praktisch wie gelähmt und handlungsunfähig.

Nach 15 Minuten ging es ihm wieder besser und er suchte sofort eine Notfallambulanz auf. Weder da noch bei einer gründlichen internistischen Untersuchung wurde eine körperliche Erkrankung festgestellt. Als ihm nach zwei Wochen das Gleiche noch einmal passierte, begann er, das Autofahren zu vermeiden und stellte es schließlich ganz ein. Erst zwei Jahre später suchte er auf Anraten eines Freundes einen Psychotherapeuten auf.

Behandlungsprogramm

Am Beginn der Behandlung steht zusammen mit dem Psychotherapeuten die Entwicklung eines individuellen Störungsmodells, mit dessen Hilfe der Patient versteht, wie sich seine Angststörung entwickelt hat und wie sie aufrecht erhalten wird. Anschließend werden realistische Therapieziele festgelegt und mit einer Verhaltenstherapie begonnen, die angeleitete Angstübungen - u. U. zunächst in Begleitung - beinhaltet. Nicht selten kommt es durch ein vertieftes Krankheitsverständnis unter Berücksichtigung wesentlicher zwischenmenschlicher Beziehungen und der bislang zur Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen (tiefenpsychologische Psychotherapie) zu einer Verbesserung der Symptomatik.

Durch die Teilnahme an der speziellen Gruppe "Angststörungen" werden die Patienten in allen Phasen des Therapieprozesses unterstützt und helfen sich auch gegenseitig weiter. Parallel zu den beschriebenen Behandlungselementen kommen Entspannungsmethoden, Sport- / Bewegungstherapie und ggf. auch medikamentöse Behandlungen zum Einsatz. Je nach Art der Angsterkrankung kann auch ein Selbstsicherheitstraining erforderlich sein. Alle Patienten nehmen außerdem an einer allgemeinen Psychotherapiegruppe teil, die es ermöglicht, Schwierigkeiten zu besprechen, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit der Angststörung zu stehen scheinen. Ergo- / Kreativtherapie und Sozialberatung können hinzukommen, Physiotherapie kann die Entspannungsfähigkeit weiter verbessern.

Musterbehandlungsplan

Einen Musterbehandlungsplan können Sie hier öffnen.

Wirksamkeit

Für die Angststörungen liegen zahlreiche Studien vor, die die Wirksamkeit von Verhaltenstherapie nachweisen.

Bei der Agoraphobie (die Angst bezieht sich auf Menschenmengen, öffentliche Plätze, allein Reisen und Entfernen von zu Hause) liegt die Erfolgsrate um die 70% (van Balkom et al., 1995, 1997). Bei der Panikstörung (Angstanfälle, die nicht an bestimmte Situationen gebunden sind) ist von einer Besserungsquote von bis zu 80% auszugehen (Berger 2004). Auch bei sozialer Phobie (übermäßige Angst vor negativer Bewertung in zwischenmenschlichen Situationen) ist die Verhaltenstherapie effektiv (Taylor 1996). Auch für die medikamentöse Behandlung von Angststörungen liegen Wirksamkeitsnachweise vor.

In der Klinikpraxis erfolgt am Ende die Einstufung des Zielerreichungsgrades für jedes zu Beginn vereinbarte Therapieziel.

Nachsorge

Unsere Patienten mit Angststörungen erhalten während der Behandlung eine umfassende Beratung zu Nachsorgemaßnahmen. Das kann im Einzelfall die Teilnahme an einem Nachsorgeprogramm der Rentenversicherung, an einer Selbsthilfegruppe oder Sportgruppe, Veränderungen am Arbeitsplatz oder eine (fortgesetzte) ambulante Psychotherapie bedeuten. 

Weiterbehandelnde Ärzte oder Psychotherapeuten erhalten einen umfassenden Bericht über die  erfolgten und empfohlenen Maßnahmen. Unsere Patienten schließen sich auch oft zu Gruppen außerhalb der Klinik zusammen und pflegen einen regelmäßigen und sehr hilfreichen Austausch.

Adressen von Selbsthilfegruppen vermitteln wir gerne. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

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