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Nur in der Brunnen-Klinik


Einzigartiges Behandlungsprogramm für Jugendliche

Nach aktuellen Studien haben 29 Prozent aller Jugendlichen Erfahrungen mit Tinnitus, 3 Prozent leiden unter chronischem Tinnitus, 1 Prozent aller Jugendlichen geben an, dass ihre Lebensqualität durch die Ohrgeräusche stark beeinträchtigt wird.

Die besondere Lebens- oder Erlebnissituation junger Menschen beeinflusst sehr stark den Behandlungserfolg bei Tinnitus, was wiederum Auswirkungen auf die Therapiemodule hat. Während der Aufnahmegespräche in der Brunnen-Klinik wird die gesamte Lebenssituation berücksichtigt und alle für die Behandlung wichtigen Fragen mit den Jugendlichen geklärt. Anschließend wird in Zusammenarbeit mit dem Patienten ein individueller Behandlungsplan festgelegt, der sich aus den folgenden Bausteinen zusammensetzt:

Diagnostik

Aufnahmeuntersuchungen und Aufnahmegespräche. Definition des persönlichen Behandlungsplans.

Gedankliche Neubewertung der Symptome und Ressourcen

In dieser Form der psychotherapeutischen Hilfestellung wird davon ausgegangen, dass das Denken und die Aufmerksamkeit einen maßgeblichen Einfluss auf das Verhalten und auf die Empfindungen des Menschen haben. Im Bewältigungstraining lernen Jugendliche, den Tinnitus durch bewusste Aufmerksamkeitslenkung oder durch gezieltes Umdenken und Konzentration auf andere Dinge so zu beeinflussen, dass er deutlich in den Hintergrund tritt.

Basis der gedanklichen Neubewertung sind umfassende sachliche Informationen zum Tinnitus, die gegen unangemessene Sorgen und belastendes Grübeln helfen. Dabei werden in einer Gruppe, die ausschließlich aus Jugendlichen besteht, deutlich offener und jugendorientierter die Probleme angesprochen und Lösungen gefunden.

Autogenes Training und Hypnosuggestion

Das systematische Erlernen eines Tiefenentspannungstrainings gehört zum Kernbereich unserer Therapie für Jugendliche. Autogenes Training ist eine sehr wirksame Entspannungsmethode, die jedoch nur durch intensives selbstständiges Üben erlernt werden kann. In einer geleiteten Gruppe mit anderen Jugendlichen fallen die hypnosuggestiven Übungen, die auf eine Veränderung der Geräuschwahrnehmung abzielen, leichter. Die Jugendlichen sind unter sich – Hemmungen oder Vorbehalte gegenüber der Therapie treten kaum auf oder können schneller bewältigt werden. Daneben beinhaltet das Gesamtprogramm auch eine Übung zur Stärkung des Selbstbewusstseins, um den häufig vorhandenen tinnitusbegleitenden Depressionen entgegenzuwirken. Gerade bei Jugendlichen ist dies ein wichtiger Bestandteil der Therapie.

Gesprächsgruppe

Grundsätzlich nehmen alle jugendlichen Patienten an einer täglich stattfindenden themenzentrierten Gruppe teil, die im Kern an einem Tinnitusbewältigungstraining orientiert ist. In den Gruppensitzungen werden die psychosomatischen Zusammenhänge zwischen dem Tinnitus und den Folgeproblematiken erarbeitet und Strategien erlernt, wie die Aufmerksamkeit vom Tinnitus wirkungsvoll abgelenkt werden kann.

Wenn sich Konflikte im sozialen Umfeld ergeben haben, besteht die Möglichkeit, diese im geschützten Rahmen der Gruppe zu thematisieren und gemeinsam nach Lösungsperspektiven zu suchen. Viele Jugendliche bringen ihre Probleme direkt in die Gruppenarbeit ein, so dass je nach Situation zwischen konfliktzentrierter und gruppendynamischer Arbeitsweise gewechselt wird. Auch hier hat sich klar bewährt, dass die Jugendlichen unter sich sind. Die Probleme werden deutlich offener angesprochen und tragfähige Lösungen schneller gefunden.

Vorträge / Informationen

Hier wird das Grundwissen über Anatomie und Physiologie des Hörens vermittelt, so dass Tinnitus oder Morbus Menière besser eingeordnet und verstanden werden können. Aktuelle Erkenntnisse aus der Forschung, Zusammenhänge zwischen Verschlimmerung der Symptome einerseits und Angst, Verspannung, Stress und Depression andererseits sowie Informationen über Wirbelsäule und Bewegung, Schlaf und Schlafstörungen oder das zentrale und vegetative Nervensystem sind ebenfalls Bestandteil des Programms.

Überprüfung medikamentöser Behandlungsformen

Eine sinnvolle medikamentöse Behandlung des chronischen komplexen Tinnitus ist – von Einzelfällen abgesehen – bislang nicht bekannt. Die Anwendung von durchblutungsfördernden Arzneien ist nachweislich nur beim akuten Tinnitus einzusetzen. Dagegen weiß man, dass ein regelmäßiger und übermäßiger Gebrauch von Schlaf- und Beruhigungsmitteln zur Medikamentenabhängigkeit führen kann. In solchen Fällen wird gleichzeitig mit dem Bewältigungstraining eine mehrtägige Neueinstellung bzw. eine Entgiftungsbehandlung durchgeführt. Sollte neben dem Tinnitus eine Depression auftreten, ist in einigen Fällen eine medikamentöse Behandlung im Rahmen der Therapie sinnvoll.

Klangtherapie

Das regelmäßige Anhören ruhiger Musik hilft, die Aufmerksamkeit vom Tinnitus abzulenken und die Belastung dadurch nachweislich erheblich zu senken. Die Klangtherapie muss täglich etwa eine halbe Stunde lang durchgeführt werden, wenn sie zu einem Erfolg führen soll. Wer sie etwa als angenehmer als die hypnotisch eingeleitete Ruheversenkung erlebt, der kann nach einer Orientierungsphase hier einen Schwerpunkt für seine Behandlung legen. Bei Hyperakusis dient sie dazu, die Geräuschtoleranz unter persönlicher Kontrolle schrittweise zu erhöhen.

Meditativ-therapeutisches Bogenschießen

Meditativ-therapeutisches Bogenschießen beinhaltet eine körperlich-technische und eine meditativ-spirituelle Komponente. Neben Elementen aus dem Zen-Buddhismus kommen auch Prinzipien des Qigong und Atemübungen zum Zuge. Dadurch lernen Sie, aus der eigenen Mitte und aus der Stille heraus zu handeln. Die Verbindung von Stille und Aktivität, von Entspannung und Anspannung, von Meditation und Alltag wird beim Bogenschießen eingeübt. Darüber hinaus ergeben sich körperliche Effekte, die den Stand und die Körperhaltung betreffen und zu einer Kräftigung des Schultergürtels sowie der Brust- und Rückenmuskulatur führen. Somit vereint Therapeutisches Bogenschießen Körperarbeit mit Meditationsübungen.

Bewegungsgruppe / Stretching

Dabei werden einerseits ruhige Übungen zur Dehnung und Lockerung des Bewegungsapparates, andererseits auch kräftigende Übungen durchgeführt. Die Muskulatur des Nackens und Schultergürtels spielt häufig eine besondere Rolle bei Beschwerden im Bereich des Kopfes. Die ruhigen Übungen lassen sich im Unterschied zu den klassischen Yoga-Übungen, von denen sie abgeleitet sind, nach kurzer Unterrichtung auch in Eigenregie gefahrlos praktizieren. Am sinnvollsten werden diese Übungen direkt vor dem Fitnesstraining angewendet.

Fitnesstraining

Um sich gesund zu fühlen, muss man körperlich wie psychisch in guter Kondition sein. Eine ausreichende Fitness lässt sich jedoch nur durch regelmäßigen Sport erreichen. Deshalb ist er ein wichtiger Bestandteil unseres Therapiekonzepts. Unter Jugendlichen lassen sich andere Trainingseffekte erzielen als in einer gemischten Gruppe mit Erwachsenen und es macht mit Gleichaltrigen einfach mehr Spaß. Joggen, Walking, Radfahren und Schwimmen oder Hallensportarten wie Badminton und Basketball sind Bestandteile des Trainings. Dadurch

  • werden Muskeln, Gelenke und Knochen gekräftigt,
  • wird das Herz gestärkt und kommt mit weniger Sauerstoff aus,
  • werden Kreislauf und Atmung gefördert,
  • werden Hormone (Endorphine) produziert, die gegen Depressionen wirksam sind und das Wohlbefinden erhöhen.

Physikalische Therapie

Die durchblutungsfördernden Verfahren der physikalischen Therapie lockern wirkungsvoll Muskeln und Bindegewebe. Sie unterstützen gezielt körperliche Gesundungsprozesse:

  • Hydrotherapie mit feuchten Packungen (Moor, Fango)
  • Unterwassermassagen
  • Elektrotherapie mit Kurzwellen, Mikrowellen, niederfrequenten Strömen und Ultraschall
  • Bewegungs- und Physiotherapie mit Muskelmassagen, Bindegewebsmassagen und Krankengymnastik

Biofeedback

Beim Biofeedback lernen die Jugendlichen, mit Hilfe elektronischer Messgeräte eine bewusste Kontrolle über konkrete physiologische Vorgänge wie Atmung, Durchblutung oder Muskelspannung zu gewinnen. Die Technik hilft also dabei, die Beherrschung bestimmter tinnitusbedeutsamer Vorgänge im Körper durch den eigenen Willen zu beeinflussen. Biofeedback ist besonders hilfreich für Teilnehmer, bei denen die anderen Entspannungsformen nicht zum Erfolg führen. Nach einer festgelegten Anzahl von Durchgängen ist man in der Regel imstande, die besagte Funktion auch ohne das Biofeedback-Gerät zu überwachen und willentlich zu steuern.

Gruppe bei Hyperakusis oder Morbus Menière

Bei beiden Krankheitsbildern stellen medizinische Informationen und der Abbau von angstgeprägtem Rückzug einen wichtigen Bestandteil der Behandlung dar. In diesen Gruppen erfahren Jugendliche alle entscheidenden Grundlagen und lernen nach und nach wieder zuversichtlicher im Alltag zu werden.

Gleichgewichtstraining

Je nach Art der Schwindel-Auslöser wird mit einem Lagerungstraining nach Brandt und Daroff oder mit einem Gleichgewichtstraining in Form von leichten gymnastischen Übungen behandelt. Es stehen auch Atemübungen, Haltungstraining sowie Lockerung und Entspannung auf dem Programm.

Unterricht

Um die schulische Ausbildung nicht zu unterbrechen, beinhaltet unser Jugend-Programm regelmäßigen Unterricht durch ausgebildete Pädagogen.

Freizeitgestaltung

Neben der rationalen/emotionalen Verarbeitung, den Entspannungsübungen und den sportlichen Aktivitäten spielt die Freizeitgestaltung eine wichtige Rolle bei der Aufmerksamkeitslenkung, da bei Aktivitäten der Tinnitus häufig nicht bewusst wahrgenommen wird. Der Gruppe steht die Werkstatt, außerhalb der Therapiezeiten auch der Unterrichtsraum für verschiedene Aktionen und Spielmöglichkeiten offen. Ebenso besteht die Gelegenheit, die wechselnden Freizeitangebote der Klinik, die zum Teil vom eigenen Personal organisiert werden als auch in Kooperation mit anderen Anbietern stattfinden, zu nutzen. Darüber hinaus gibt es Sportangebote wie zum Beispiel Tischtennis oder Schwimmen im hauseigenen Schwimmbad.

Disco, Discman & Co.   Anschluss in der Schule

Therapeutisches Bogenschießen

Jugendliche bei Entspannungsübungen

Jugendliche bei Entspannungsübungen
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