|
Chronischer Tinnitus
ist nicht heilbar. Aber Sie können lernen, mit der Krankheit
besser zu leben und die Störgeräusche zu „überhören“.
Eine gesunde Lebensführung, eine positive Lebenseinstellung
und Entspannungsübungen helfen dabei ebenso wie der Erfahrungsaustausch
mit Gleichbetroffenen.
Darüber hinaus gibt es eine breite Palette wirksamer Techniken
und Therapien, die Ihnen helfen, die Geräusche im Ohr zu
ignorieren und Ihre Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken.
In der Brunnen-Klinik erstellen wir
gemeinsam mit dem Patienten einen individuellen Therapieplan,
der sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Therapieformen
zusammensetzt. Dabei greifen wir auf folgende Behandlungsansätze
zurück:
Gedankliche Neubewertung der Symptome und Ressourcen
Dieser psychotherapeutische Ansatz ermöglicht, durch gezieltes
Umdenken und Konzentration auf andere Dinge Ihre Aufmerksamkeit
bewusst vom Tinnitus abzulenken. Basis der gedanklichen Neubewertung
sind umfassende sachliche Informationen zum Tinnitus, die gegen
unangemessene Sorgen und belastendes Grübeln helfen.
Autogenes Training und Hypnosuggestion
Autogenes Training ist eine Entspannungsmethode, bei der durch
spezielle Hypnosuggestion eine Veränderung der Geräuschwahrnehmung
erreicht werden kann. Darüber hinaus stärken Sie mithilfe
des Autogenen Trainings Ihr Selbstbewusstsein und können
Depressionen entgegenwirken.
Psychotherapie
Psychotherapeutische Behandlungen helfen Ihnen, die persönliche
Belastung durch den Tinnitus zu formulieren und – in Einzel-
oder Gruppengesprächen – neue Strategien im Umgang
mit der Krankheit zu entwickeln.
Vorträge / Informationen
Vorträge über Anatomie und Physiologie des Hörens,
begleitende Gesundheitsthemen oder neue Erkenntnisse der Tinnitus-Forschung
ermöglichen eine bessere Einordnung der Krankheit und machen
die Zusammenhänge zwischen Verschlimmerung der Symptome
auf der einen Seite und Angst, Verspannung, Stress und Depression
auf der anderen Seite deutlich.
Medikamenteneinstellung und -entzug
Obwohl man immer wieder von neuen Tinnitus-Medikamenten liest
oder hört, ist bislang – außer in seltenen
Einzelfällen – keine sinnvolle medikamentöse
Behandlung des chronischen komplexen Tinnitus bekannt. Lediglich
beim akuten Tinnitus werden durchblutungsfördernde
Mittel erfolgreich eingesetzt. Darüber hinaus ist bei auftretenden
Depressionen der Einsatz einer medikamentösen Behandlung
erforderlich. Der Griff zu Schlaf- und Beruhigungsmitteln ist
dagegen kontraproduktiv und führt nicht selten zu Medikamentenabhängigkeit.
Klangtherapie
Die Tinnitus-Belastung kann durch das regelmäßige
Anhören ruhiger Musik nachweislich erheblich gesenkt werden.
Soll die Klangtherapie zu einem Erfolg führen, müssen
Sie diese täglich etwa eine halbe Stunde lang durchführen.
Bei Hyperakusis hilft die Klangtherapie, Ihre Geräuschtoleranz
schrittweise zu erhöhen.
Meditativ-therapeutisches Bogenschießen
Meditativ-therapeutisches Bogenschießen beinhaltet eine
körperlich-technische und eine meditativ-spirituelle Komponente.
Neben Elementen aus dem Zen-Buddhismus kommen auch Prinzipien
des Qigong und Atemübungen zum Zuge. Dadurch lernen Sie,
aus der eigenen Mitte und aus der Stille heraus zu handeln.
Die Verbindung von Stille und Aktivität, von Entspannung
und Anspannung, von Meditation und Alltag wird beim Bogenschießen
eingeübt. Darüber hinaus ergeben sich körperliche
Effekte, die den Stand und die Körperhaltung betreffen
und zu einer Kräftigung des Schultergürtels sowie
der Brust- und Rückenmuskulatur führen. Somit vereint
Therapeutisches Bogenschießen Körperarbeit mit Meditationsübungen.
Feldenkrais
Feldenkrais ist eine körperorientierte Bewegungspädagogik,
die Ihnen hilft, in spielerisch sanft ausgeführten Bewegungsabläufen
ihre Wahrnehmung zu verfeinern und Bewegungsmuster besser kennen
zu lernen. Sie erreichen so mehr Leichtigkeit und funktionale
Verbesserungen in ihren Bewegungen. Dies führt zu höherer
Flexibilität, zu besserer Koordination und zu mehr Effizienz
in ihren Handlungen.
Qigong
Qigong ist ein Sammelbegriff für vielfältige Übungsmethoden
der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Diese umfassen
Körperhaltungen und Bewegungen, Atemübungen und geistiges
Training. So können körperliche, seelische und geistige
Funktionen reguliert und gestärkt werden.
Yoga
Yoga dient der Entspannung, spirituellen Bereicherung und körperlichen
Stärkung. Durch unterschiedliche Yoga-Übungen, kontrollierte
Atmung und Entspannungstechniken trainieren und stimulieren
Sie verschiedene Organe wie z.B. die Wirbelsäule.
Stretching / Bewegung
Ruhige, besinnliche Übungen zur Dehnung und Lockerung
des Bewegungsapparates sowie kräftigende Übungen helfen
Ihnen beim Entspannen. Im Gegensatz zum klassischen Yoga können
Sie diese Übungen auch in Eigenregie gefahrlos praktizieren.
Fitnesstraining
Regelmäßige sportliche Betätigung hilft Ihnen
beim Aufbau einer guten Kondition. Rhythmische Aktivitäten
wie Dauerlauf, Radfahren, Schwimmen und Wandern wirken sich
positiv auf den gesamten Organismus und somit auch auf die Belastung
durch Tinnitus aus.
Physikalische Therapie
Die physikalische Therapie lockert Muskeln und Bindegewebe
und fördert die Durchblutung.
- Hydrotherapie mit feuchten Packungen (Moor, Fango)
- Unterwassermassagen
- Elektrotherapie mit Kurzwellen, Mikrowellen, niederfrequenten
Strömen und Ultraschall
- Bewegungs- und Physiotherapie mit Muskelmassagen, Bindegewebsmassagen
und Krankengymnastik
Biofeedback
Beim Biofeedback lernen Sie mit Hilfe elektronischer Messgeräte
eine bewusste Kontrolle über konkrete physiologische Vorgänge
wie Atmung, Durchblutung oder Muskelspannung zu gewinnen. Die
Technik hilft also dabei, die Beherrschung bestimmter tinnitusbedeutsamer
Vorgänge im Körper durch den eigenen Willen zu beschleunigen.
Hyperakusis- oder Morbus Menière-Gruppen
Bei beiden Krankheitsbildern stellen medizinische Informationen
und der Abbau von angstgeprägtem Rückzug einen wichtigen
Bestandteil der Behandlung dar. In entsprechenden Gruppen erfahren
Sie entscheidende Grundlagen und lernen nach und nach wieder
zuversichtlicher im Alltag zu werden.
Gleichgewichtstraining
Lagerungstraining nach Brandt und Daroff oder Gleichgewichtstraining
in Form von leichten gymnastischen Übungen kann je nach
Art der Schwindel-Auslöser stabilisierend wirken. Atemübungen,
Haltungstraining sowie Lockerung und Entspannung der Muskeln
sind ebenfalls hilfreich.
|