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Aufbau des Hörsystems

Komplexes Präzisionswerkzeug

Das menschliche Ohr zählt nicht nur zu den empfindlichsten Sinnesorganen, es ist auch das erste, das bereits im Mutterleib voll funktionsfähig ist: Schon acht Wochen nach der Zeugung kann ein Fötus hören. Von außen betrachtet eher unscheinbar, verfügt das menschliche Ohr über einen hochkomplexen Aufbau, der dafür sorgt, dass wir unterschiedliche Geräusche wahrnehmen und einordnen können. Ob Kindergeschrei, Verkehrslärm oder das leise Ticken einer Uhr – sämtliche Geräusche, die wir hören, bestehen aus Schallwellen, die vom Ohr aufgenommen und an das Gehirn weitergeleitet werden. Darüber hinaus enthält das Ohr auch unseren Gleichgewichtssinn.

Das Hörsystem ist, vereinfacht betrachtet, in drei Bereiche unterteilt:

Das Außenohr

Ohrmuschel und Gehörgang – also die sichtbaren Bereiche des Hörsystems – werden als Außenohr bezeichnet. Dabei sind Hautausstülpung und Knorpeleinlage nicht nur für die individuelle Form des Ohres zuständig, sondern sammeln Schallwellen unterschiedlicher Geräusche und orten die dazugehörigen Quellen. Über den rund 2,5 Zentimeter langen äußeren Gehörgang, der am Trommelfell endet, gelangen diese Schallwellen ins Innere des Ohres.

Das Mittelohr

Das Mittelohr besteht aus Trommelfell, Ohrtrompete und Paukenhöhle. Letztere beherbergt die drei gelenkig verbundenen Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel. Die dünne Membran des Trommelfells trennt Außenohr und Mittelohr luftdicht ab und wird durch auftretenden Schall in Schwingungen versetzt. Die Ohrtrompete – in Fachkreisen „Eustachische Röhre“ genannt – verbindet das Mittelohr mit dem Rachenraum, belüftet es und sorgt so zu beiden Seiten des Trommelfells für einen ausgeglichenen Druck. Ohne diesen Druckausgleich könnte das Trommelfell nicht schwingen. Hammer, Amboss und Steigbügel – der mit drei Milligramm Gewicht der kleinste Knochen des menschlichen Körpers ist – übertragen die Schwingungen des Trommelfells ans Innenohr.

Das Innenohr

Das Innenohr, das ins Schläfenbein eingelassen ist, übernimmt eine Art Mittlerfunktion zwischen Gehör und Gehirn und erinnert an den Teil eines Labyrinths. Es besteht aus dem Vorhof, drei c-förmigen Bogengängen und einem knöchernen spiralförmigen Gang, der so genannten Schnecke. Das Innenohr ist mit der so genannten Endolymphe gefüllt. In diese Flüssigkeit ragen feine Härchen, die – sobald die Lymphflüssigkeit in Bewegung gerät – Nervenimpulse auslösen und diese an das Hörzentrum im Gehirn übermitteln. Hier werden die akustischen Signale entschlüsselt, gehört und verstanden. Erst jetzt werden aus den Schwingungen tatsächliche Geräusche wie etwa Meeresrauschen oder Musik.

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