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Eine Reise durch die Zeit

Chronologie der Ohrgeräusche

Oft wird Tinnitus als ein Phänomen der Neuzeit bezeichnet – alte medizinische Aufzeichnungen beweisen jedoch, dass Tinnitus die Menschheit schon über Jahrtausende begleitet:

Etwa 1500 v. Chr.

Schriften aus Babylonien beschäftigen sich mit dem „Singen im Ohr“ und stellen mehr als 20 verschiedene Verordnungen dar. Auch die Assyrer und Ägypter versuchten, den Ursachen der Ohrengeräusche auf die Spur zu kommen. Dabei entstand der volkstümliche Aberglaube, dass jemand Gutes oder Böses über einen spricht, wenn es im Ohr klingelt.

Etwa 500 v. Chr.

Hippokrates berichtete über Erkrankte im klassischen Griechenland. Er beschrieb das Ohrensausen als eine Folge krankhafter Störungen der inneren Harmonie und des biologischen Gleichgewichts. Geräusche in den Blutgefäßen wurden als Ursache vermutet.

Etwa 300 v. Chr.

Aristoteles (384-322 v. Chr.) bemerkte, dass bei Meeresrauschen das Summen im Ohr nachließ. Er notierte in der „Problemata physica“ einen therapeutisch sehr interessanten Befund: "Warum hört das Summen in den Ohren auf, wenn jemand ein Geräusch macht? Doch wohl deshalb, weil das größere Geräusch das kleinere vertreibt."

Etwa 50 n. Chr.

Der Ausdruck Tinnitus scheint auf den römischen Enzyklopädisten Plinius der Ältere (23-79 n. Chr.) zurückzugehen.

Etwa 80 n. Chr.

Über den römischen Kaiser Titus (39 -81 n.Chr.) wird berichtet, dass „ein Wurm in seinem Kopfe bohre und brumme.“

Um 1500

Paracelsus war der erste, der beschrieb, dass Lärm Tinnitus verursachen kann.Alessandro Achillini entdeckt die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel.

1543

Andreas Vesalius legt die erste vollständige und in ihren Grundzügen gültige Anatomie des menschlichen Körpers vor. Sie enthält auch erste Dokumentationen des menschlichen Ohrs in seiner Dreiteilung von Außen-, Mittel- und Innenohr.

Um 1700

Dem Franzosen Duverney (1648-1730) wird die erste Monographie über das Ohr zugeschrieben. Er stellte vermutlich als erster die These auf, dass die Hörempfindung sowohl durch äußere (Schall) als auch durch innere (nervöse) Reize ausgelöst werden kann.

Um 1800

Graf Alessandro Volta (1745-1827), der Erfinder der Batterie, versucht Tinnitus elektrisch zu behandeln. Er hatte sich Elektroden in die Ohren gesteckt und dabei „einen Krach vernommen, als sei etwas zerrissen“.

1986

Gründung des Vereins der Deutschen Tinnitus Liga e.V. (DTL) als eine Selbsthilfeorganisation und Lobby für Tinnitus-, Hörsturz- und Morbus Menière-Patienten sowie deren Angehörige. Heute hat die DTL mehr als 22.000 Mitglieder.

1988

Eröffnung der Brunnen-Klinik in Bad Meinberg und Einführung des ganzheitlichen Behandlungsprogramms für Tinnitus-Erkrankte. Seither wurden mehr als 7.000 Patienten behandelt.

April 2003

Start des Therapieprogrammes für jugendliche Tinnitus- Patienten in der Brunnen-Klinik, Bad Meinberg.

Forschung   Bekannte Persönlichkeiten mit Tinnitus

 

 

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