Behandlungsbeispiel: Essstörungen

Unsere Patientengeschichte mit Behandlungsplan

Behandlungsbeispiel: Essstörungen
 
  • Behandlungsbeispiel: Essstörungen

    Unsere Patientengeschichte mit Behandlungsplan

     
    Meine Geschichte
    Behandlungsbeispiel: Essstörungen
    »Ich habe schon immer gerne Sport gemacht. Mit 14 bis 15 Jahren war ich Schulmeisterin im Tennis und spielte später sogar im Landesverband. Ich trainierte täglich und fühlte mich sehr gut. Dass ich dabei Gewicht verlor, empfand ich als ganz natürlich. Trotzdem achtete ich wegen meiner sportlichen Tätigkeit besonders auf meine Ernährung. Essen hatte mich schon immer interessiert. Ich denke, dass ich mich sehr gesund ernähre.

    Ich hatte mit 16 meinen ersten Freund, hatte aber Probleme mit ihm. Mit meinen Eltern konnte ich darüber nicht reden. Mein Vater war ein hohes Tier im Management und kaum zu Hause. Meine Mutter war immer zu Hause. Sie hat alles sehr ordentlich gehalten und ist immer streng zu mir gewesen. Letztlich bin ich ja auch damit ganz gut zurechtgekommen.

    Ab und zu haben mich Freunde auf mein Gewicht angesprochen. Das hat mich genervt, so dass ich mich geschickt gekleidet habe und es nicht so auffiel. Mehrfach wurde ich von meiner Mutter gedrängt, dass ich etwas für mich tun müsste und mein Verhalten nicht normal sei. Ich habe das nicht so empfunden, sondern mich fürchterlich darüber aufgeregt. Ich habe ein super Abitur hingelegt und dann begonnen, Ökotrophologie zu studieren. Als ich mit einem Studenten eine Beziehung anfing, wurde es schwierig, insbesondere, weil er mehr von mir wollte. Seitdem überlege ich, ob das alles so richtig ist mit mir.«
    Jenny P., 27 Jahre (Patientin der Dr. Becker Klinikgruppe)
    Symptome Essstörungen
    Zu den häufigsten Formen von Essstörungen gehören die Magersucht, die Ess-Brech-Sucht und die Esssucht. Die Magersucht und die Ess-Brech-Sucht sind dabei durch eine starke Angst vor einer Gewichtszunahme gekennzeichnet.

    Die Magersucht bezeichnet man in der Medizin auch als Anorexia nervosa. Bei einer Magersucht halten sich die Betroffenen trotz einer deutlichen Abmagerung für zu dick. Das Untergewicht wird durch Weglassen von Mahlzeiten, Trinken von viel Flüssigkeit, übermäßige sportliche Aktivität und Erbrechen nach den Mahlzeiten erreicht. Manchmal werden auch Abführmittel oder Appetitzügler eingenommen. Das Untergewicht führt zu körperlichen Beschwerden, wie dem Ausbleiben der Menstruation bei Frauen. Bei häufigem Erbrechen kommt es auch zu Zahnschäden. Die Erkrankung kann außerdem zu Herzproblemen und zu einer Schädigung der Organe führen. Dies kann für die Betroffenen lebensbedrohlich sein.

    Die Ess-Brech-Sucht bezeichnet der Arzt auch als Bulimia nervosa, oder kurz als Bulimie. Bei dieser Erkrankung haben die Betroffenen meist ein normales Gewicht. Typisch für die Ess-Brech-Sucht sind Heißhungerattacken mit Essanfällen. Anschließend kontrollieren die Betroffenen ihr Körpergewicht durch Erbrechen, übermäßigen Sport, Abführmittel, Appetitzügler und Diäten. Bei der Ess-Brech-Sucht sind Gewichtsschwankungen nicht selten.

    Die Esssucht ist die häufigste Essstörung. Für eine Esssucht sind Essattacken typisch, die zu Übergewicht führen. Das Hungergefühl und das Sättigungsgefühl sind dabei oft gestört. Die Betroffenen essen vorwiegend allein, weil sie sich für ihr Verhalten schämen. Sie sind meist unglücklich mit ihrer Lebenssituation und fühlen sich als Außenseiter.
    Behandlungsprogramm
    Das Behandlungsprogramm orientiert sich individuell am körperlichen Befinden und der Intensität der Erkrankung der Patienten. Sukzessive führen die einzelnen Therapiemaßnahmen bei den Patienten zu einem Verstehen der Gesamtzusammenhänge, der Ursachen und der Verhaltensmechanismen. Dadurch lernen Betroffene, die Verantwortung für die Suche nach Alternativen zur Essstörung zu übernehmen, ein persönliches Entwicklungsziel zu definieren und Hilfen anzunehmen.
    Behandlungsplan
    Behandlungsplan Essstörungen
    Einen Musterbehandlungsplan finden Sie hier.
    Wirksamkeit Therapie
    Wir überprüfen regelmäßig, ob die therapeutischen Bestandteile unseres Behandlungsprogramms wirksam sind. Damit können wir uns ein umfassendes Bild über die Effektivität unserer Rehabilitationsmaßnahmen machen.

    Essstörungen gehören zu psychischen Erkrankungen und sind mit psychischen Belastungen verbunden. Daher messen wir mit dem wissenschaftlich fundierten BSI-Fragebogen (Brief Symptom Inventory) die psychischen Symptome von unseren Patienten zum Beginn und zum Ende ihrer Rehabilitation. Der Fragebogen gilt als Qualitätssicherungsverfahren für Psychotherapien. Er besteht aus 53 Aussagen, zu denen der Patient angeben soll, ob sie gar nicht, wenig, mittelmäßig, stark oder sehr stark zutreffen. Die Ergebnisse der Tests werden mit Normwerten verglichen. Als psychisch auffällig belastet gilt ein Patient, wenn er einen Normwert von 63 überschreitet.

    Die Auswertungen der Fragebögen von 125 unserer Patienten zwischen den Jahren 2010 und 2014 ergaben einen durchschnittlichen Anfangswert von 67,3 Punkten und einen durchschnittlichen Endwert von 59,4 Punkten. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die psychischen Beschwerden der Patienten während der Rehabilitation deutlich verbessern. Dies kann dabei helfen, Eigenverantwortung zu übernehmen sowie das Körpergewicht und persönliche soziale Beziehungen wieder zu stabilisieren.
    Nachsorge
    Am Ende des Therapieprogramms spielt die Planung der Weiterbetreuung und die Entwicklung zukünftiger Perspektiven eine entscheidende Rolle. Dabei vermitteln unsere Bezugstherapeuten und Sozialdienstmitarbeiter den Patienten Kontakte zu Therapeuten vor Ort als auch zu Selbsthilfegruppen. Patienten, deren Kostenträger die Deutsche Rentenversicherung ist, können eine intensivierende Rehabilitationsnachsorge (IRENA) durchführen.

    Adressen von Selbsthilfegruppen vermitteln wir gerne. Bitte nehmen Sie Kontakt mit uns auf: behandlung@drbeckermail.de.
    Kontakt Kliniken
    Ein Behandlungsangebot bei Essstörungen bieten wir in den folgenden Dr. Becker Kliniken an:
    Dr. Becker Brunnen-Klinik
    Bundesland: NRW
    bei Paderborn, Bielefeld, Gütersloh
    Dr. Becker Burg-Klinik
    Bundesland: Thüringen
    bei Fulda, Bad Hersfeld, Erfurt
    Dr. Becker Klinik Juliana
    Bundesland: NRW
    in Wuppertal
    Dr. Becker Klinik Möhnesee
    Bundesland: NRW
    bei Soest, Werl, Iserlohn
    Dr. Becker Klinik Norddeich
    Bundesland: Niedersachsen
    an der Nordsee nahe Norderney, Juist
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