Behandlungsbeispiel: Herzinfakt

Erfahrungsbericht einer Angehörigen

Behandlungsbeispiel: Herzinfakt
 
  • Behandlungsbeispiel: Herzinfakt

    Erfahrungsbericht einer Angehörigen

     
    Herzinfakt

    Altersgerechte kardiologische Fachrehabilitation in der Dr. Becker Klinik Möhnesee

    Erfahrungsbericht:Herzinfarkt
    Mein Mann und ich haben meine Mutter jahrelang bewundert: Trotz ihrer Herzschwäche und ihres hohen Alters – sie geht mittlerweile auf die 80 zu – hat sie sich nie beklagt. Im Gegenteil: Ihren Alltag hat Rita aktiv gestaltet, sie hat sich mit Freunden getroffen und regelmäßig Seniorengymnastikkurse im naheliegenden Gemeindehaus besucht. Seit einiger Zeit haben wir jedoch besorgt festgestellt, dass Rita nicht mehr die lebensfrohe und optimistische Frau ist, die wir kannten. Seitdem machen mein Mann und ich uns große Sorgen. Es geht mittlerweile soweit, dass ich vor lauter Grübelei abends nicht mehr einschlafen kann.

    »Für mich stand fest: Nach ihrem Herzinfarkt sollte meine Mutter nicht zum Pflegefall werden.«

    Angefangen haben meine Sorgen bei einem gemeinsamen Spaziergang: Wie gewohnt sind meine Mutter und ich am Mittwochmorgen zum Wochenmarkt aufgebrochen, doch schon nach 500 Metern mussten wir anhalten. Rita brauchte eine Verschnaufpause. Es war ihr sichtlich peinlich, dass sie körperlich schwächelte. Nach einigem Nachbohren verriet sie mir, dass sie seit Wochen unter Luftnot litt – anfangs bei längeren Wegstrecken, mittlerweile aber auch schon nach einigen Metern. Ich konnte es kaum glauben. Warum war mir das selber bis dahin nicht aufgefallen? Auch das Treppensteigen fiel meiner Mutter zunehmend schwer, geschweige denn der Weg zum nächsten Supermarkt mit ihrer voll beladenen Einkaufstasche. „Wie soll Rita ihren Alltag so auf Dauer noch selbständig meistern?“, fragte ich meinen Mann noch am selben Abend.

    Wir wussten beide, dass es so auf Dauer nicht mehr weitergehen konnte. Als meine Mutter sich schließlich zunehmend zuhause verbarrikadierte und ihre Sozialkontakte vernachlässigte, konnten wir uns ihr Leid nicht länger untätig ansehen. Obwohl Rita bis auf ihre Herzschwäche körperlich und geistig fit war, blieb sie beinahe den ganzen Tag in ihrem Sessel sitzen. Sie sei eben immer müde, beklagte sie. Dass meine Mutter ihre Lebenslust verliert, wollte ich mit allen Mitteln verhindern.
    Der Weg in die Reha
    »Es kostete uns viel Überzeugungskraft, meine Mutter zur Reha zu bewegen«

    Mein Mann schlug vor, für Rita eine Haushaltshilfe oder Teilzeitpflegekraft einzustellen, die sie im Alltag entlastet. Das aber würde das Problem ihrer körperlichen Schwäche und ihres sozialen Rückzugs nicht lösen. Meine Mutter sollte kein Pflegefall auf Raten werden. Wenn wir nichts gegen ihre Symptome tun, landet sie bald in einem Pflegeheim, dachte ich. Wie aber lassen sich die Beschwerden meiner Mutter bessern, damit sie ihren Alltag wieder selbständig meistern kann? Wie können wir sie dabei unterstützen, wieder Lebensfreude zu empfinden? Nach einiger Recherche im Internet fand ich die Lösung: eine Rehabilitation speziell für ältere Menschen. Da gibt es die Unterscheidung zwischen geriatrischer und indikationsspezifischer Reha (LINK). Weil meine Mutter neben ihrer Herzproblematik nicht an weiteren Erkrankungen litt und körperlich sowie geistig noch fit war, suchten mein Mann und ich nach speziellen Angeboten der kardiologischen altersgerechten Reha und wurden auch bald fündig. In der Dr. Becker Klinik Möhnesee, in der Nähe unseres Wohnorts in Dortmund, gab es ein solches Angebot.

    Es kostete uns einiges an Überzeugungskraft, meine Mutter zur Reha zu bewegen. Sie hatte sich mittlerweile so sehr an ihre Isolation gewöhnt, dass sie Schwierigkeiten hatte, überhaupt noch vor die Tür zu gehen. Angst machte ihr auch, dass sie nicht wusste, was sie dort in der Reha erwarten sollte. »Außerdem sind die doch alle viel jünger als ich«, sagte sie mir. Sie würde sich dort fühlen wie ein bunter Hund. Trotzdem willigte sie schließlich ein, da ihr der Gedanke an ein Pflegeheim quälende Ängste bereitete.

    »Endlich hat sie ihr Zutrauen und ihre Lebensfreude zurück«

    Dann ging alles schneller, als wir dachten: Der Hausarzt stellte meiner Mutter ein Gutachten aus, mit dem er begründete, warum eine Rehamaßnahme aus medizinischer Sicht notwendig war. Das Gutachten fügte er dem Rehaantrag bei, den wir bereits ausgefüllt hatten. Außerdem fügten wir einen „Wunsch- und Wahlrechtantrag“ bei, damit Rita auch zur Kur nach Möhnesee fahren durfte. Einige Wochen später erhielten wir den positiven Bescheid der Krankenkasse und meine Mutter packte ihre Koffer für ihre Reha.
    Die Reha
    Die ersten Tage besuchte ich meine Mutter täglich. Nach einem ausführlichen ärztlichen Aufnahmegespräch erhielt sie bereits am Aufnahmetag ihren individuellen Therapieplan. Ich fand es spannend, wie vielfältig ihr Plan war: Für vier Wochen sollte sie Bewegungs- und Ergotherapie, Ernährungsschulungen, Hirnleistungstraining, Psychotherapie u. v. m. in Anspruch nehmen.

    Mithilfe des sporttherapeutischen Angebots, so erklärten mir die Ärzte, sollte sie langsam wieder Kondition aufbauen und ihre Muskeln stärken. Dazu lernte sie verschiedene Atemtechniken, um nicht so schnell außer Puste zu sein. Wichtige Tipps zum Umgang mit ihrer Herzerkrankung erhielt sie zum Beispiel in themenspezifischen Patientenschulungen. Außerdem hatte meine Mutter die Möglichkeit, psychotherapeutische Einzel- und Gruppentherapien zu nutzen.

    Die halfen ihr dabei ihre Zukunftsängste und Grübelzwänge loszulassen und wieder optimistisch in die Zukunft zu blicken. Erst später erfuhr ich, dass ein solches psychokardiologisches Angebot etwas Besonderes ist. Die Klinik Möhnesee ist eine von wenigen Kliniken in Deutschland, die die kardiologische Rehabilitation mit der psychosomatischen verbindet. So lassen sich auch die seelischen Beschwerden behandeln, die häufig mit Herzerkrankungen einhergehen.

    Zu Beginn der Reha war Rita noch skeptisch, doch das legte sich schnell. Schon am vierten Tag begann sie zu erzählen – von der Hockergymnastik, die sie an ihre „alte Zeit“ in der Seniorengymnastikgruppe erinnerte und von den netten Spaziergängen mit dem Pflegeteam. Stolz war sie auf ihre guten Leistungen beim Hirnleistungstraining und ich hatte das Gefühl, dass meine Mutter langsam ihr Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten und ihren Lebensmut zurückgewann.

    Bald wurden meine Besuche seltener, denn Rita hatte in der Klinik viele nette Kontakte geknüpft, die sie auf Trab hielten. Ich hatte das Gefühl, dass sie hier richtig aufblühte. Der Rehaalltag gab ihr die Struktur, die ihr Zuhause gefehlt hatte. Da mein Mann und ich natürlich wollten, dass das auch so bleibt, sprachen wir mit den Ärzten über ein geeignetes Nachsorgeprogramm für Rita. Nach ihrer Rehabilitation wollte sie wieder in ihre wöchentliche Seniorengymnastikgruppe einsteigen. Außerdem meldete sie sich auf Empfehlung ihres Klinikarztes für eine ambulante Herzsportgruppe an.
    Ihr Fazit
    Die Zeit in der Rehaklinik hat meiner Mutter unheimlich gut getan. Endlich hat sie ihr Zutrauen, ihren Lebensmut und ihre sprudelnde Lebensfreude zurück, die wir so an ihr schätzen. Meine Mutter ist jetzt wieder ganz die Alte.